Smartphone-Sucht, Millionen

Smartphone-Sucht: 1,5 Millionen Kinder zeigen riskantes Verhalten

27.06.2026 - 21:42:27 | boerse-global.de

Studien belegen: Ständige Smartphone-Nutzung führt zu Erschöpfung und Konzentrationsstörungen. Unternehmen setzen auf digitale Entgiftung.

Digitale Überlastung: Smartphone-Nutzung als Gesundheitsrisiko
Smartphone-Sucht - Hände legen ein Smartphone auf eine Holzoberfläche neben einer Pflanze ab, mit weichem Licht, das durch ein Fenster fällt. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Folge: steigende mentale Erschöpfung, innere Unruhe und Konzentrationsstörungen. Das belegen aktuelle Daten des Berufsverbandes der Präventologen.

Typische Symptome sind Einschlafprobleme, emotionale Gereiztheit und anhaltende Erschöpfungszustände – trotz ausreichender Schlafdauer. Ein Fallbeispiel des Verbandes zeigt einen 42-jährigen Manager, der unter Gedächtnisproblemen litt. Erst gezielte Schlafrituale und bewusste Bildschirm-Pausen brachten Besserung.

Was die Forschung sagt

Prof. Dr. Julia Brailovskaia von der Ruhr-Universität Bochum warnt: Eine suchtartige Nutzung sozialer Medien fördert Schlafstörungen, Depressions- und Angstsymptome. Für Ende Juni sind weitere Fachvorträge geplant. Sie beschäftigen sich mit Risikoindikatoren und Kompetenztrainings für einen gesunden Medienumgang.

Unternehmen entdecken das Problem

Die digitale Überreizung wird zunehmend als Produktivitätskiller erkannt. AFAS Software schickte seine Mitarbeiter fast ein halbes Jahr in ein digitales Entgiftungsprogramm. Das Ergebnis: Die durchschnittliche Bildschirmzeit sank von sieben auf drei Stunden täglich. Die Belegschaft berichtete von mehr Fokus und Ruhe. Die Analyse-Fragebögen sind jetzt fest im Onboarding-Prozess verankert.

Anzeige

Die ständige digitale Erreichbarkeit und der Druck im Berufsalltag führen bei vielen Menschen zu einer chronischen Überlastung und dem Gefühl, im Hamsterrad festzustecken. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie 5 Sofortmaßnahmen für mehr Ausgeglichenheit umsetzen und Ihre persönliche Work-Life-Balance nachhaltig verbessern. 5 Sofortmaßnahmen für mehr Ausgeglichenheit jetzt kostenlos herunterladen

Auch spezialisierte Anbieter wie JETZT Performance setzen auf bewusste Reizsteuerung. Die Expertin Lea Feder sieht Erholung und Schlaf als Wettbewerbsvorteil. Zur Erfolgskontrolle kommen Wearables zum Einsatz – sie machen die Auswirkungen des digitalen Konsums messbar.

1,5 Millionen Kinder in Gefahr

Besonders brisant: die Lage bei Minderjährigen. Eine DAK-Studie zeigt, dass rund 1,5 Millionen Kinder eine riskante Mediennutzung aufweisen. Jedes vierte Kind zeigt ein problematisches Nutzungsverhalten. Eine Expertenkommission hat im Juni 56 Empfehlungen an die Politik übergeben.

Medienexperte Florian Buschmann mahnt: Das reicht nicht. Diskutiert werden ein Mindestalter von 13 Jahren für bestimmte Dienste und die Einschränkung suchtfördernder Funktionen.

Gleichzeitig verändert KI den Schulalltag. Laut Bitkom-Umfrage nutzt fast jeder vierte Schüler KI-Lösungen für Hausaufgaben. In Wuppertal vertreibt ein Start-up spezielle KI-Stifte, die Aufgaben scannen und Lösungen anzeigen. Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), spricht sich gegen Verbote aus. Sie plädiert für mehr Medienkompetenz durch praktische Anwendung.

Anzeige

Wer im stressigen Alltag zwischen digitalen Anforderungen und beruflichen Aufgaben den Überblick verliert, leidet oft unter sinkender Produktivität und steigendem Druck. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie beruflicher Erfolg und persönliches Glück durch gezielte Strategien kein Widerspruch mehr sein müssen. Kostenlosen Leitfaden für stressfreie Produktivität sichern

Entschleunigung als Geschäftsmodell

Die Sehnsucht nach digitaler Auszeit findet ihren Weg in den Tourismus. Destinationen wie Mauritius positionieren sich als Orte für „Digital Detox“ und „Slow Travel“. Naturerlebnisse, Wellness und Adults-only-Zonen sollen Regeneration abseits digitaler Ablenkung ermöglichen.

Staat prüft Influencer-Einkünfte

Parallel professionalisiert sich die staatliche Überwachung der digitalen Wirtschaft. Die bayerische Finanzverwaltung setzt KI-Software ein, um Influencer-Einkünfte zu prüfen. Durch die Analyse von rund 60.000 Datensätzen und öffentlichen Profilen konnten Steuernachzahlungen von 550.000 Euro realisiert werden. Kontrolliert werden nicht nur direkte Zahlungen, sondern auch geldwerte Vorteile durch Sachzuwendungen.

Das unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors: Laut aktuellen Analysen stufen 87 Prozent der Unternehmen soziale Medien als wettbewerbsrelevant ein.

de | wissenschaft | 69642154 |