Stammzellen-Herzpflaster, Studie

Stammzellen-Herzpflaster: Deutsche Studie zeigt erste Erfolge

01.06.2026 - 16:52:36 | boerse-global.de

Deutsche Forscher prĂ€sentieren Stammzellen-Herzpflaster und neue Bluthochdruck-Medikamente. Auch FrĂŒherkennung und genetische Alterung sind im Fokus.

Stammzellen-Herzpflaster: Deutsche Studie zeigt erste Erfolge - Bild: ĂŒber boerse-global.de
Stammzellen-Herzpflaster: Deutsche Studie zeigt erste Erfolge - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Gleichzeitig machen Forscher weltweit Fortschritte bei der Behandlung – von Stammzellen-Pflastern bis zur genetischen Uhr.

Alkoholische Kardiomyopathie: Die unterschÀtzte Gefahr

Die alkoholische Kardiomyopathie (ACM) gilt als hĂ€ufigste Form der sekundĂ€ren Herzmuskelerkrankung. Sie entsteht durch jahrelangen ĂŒbermĂ€ĂŸigen Alkoholkonsum – konkret ab 90 Gramm Alkohol tĂ€glich ĂŒber mehr als fĂŒnf Jahre. Die Diagnose ist oft schwierig, da sie meist nur aus dem Zusammentreffen von chronischem Alkoholmissbrauch und einer unerklĂ€rlichen dilatativen Kardiomyopathie gestellt wird.

Die gute Nachricht: Wer komplett auf Alkohol verzichtet und gleichzeitig eine standardisierte Herzinsuffizienz-Therapie erhÀlt, verbessert seine Prognose deutlich.

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Herzpflaster aus Stammzellen: Erste Erfolge

Ein vielversprechender Ansatz kommt aus Deutschland. Die BioVAT-HF-DZHK20-Studie der UniversitĂ€tsmedizin Göttingen und LĂŒbeck untersuchte Herzpflaster aus Stammzellen. Die Ergebnisse wurden Anfang Juni 2026 im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

20 Patienten mit einer Herzauswurfleistung von 35 Prozent oder weniger erhielten die Pflaster. Bereits drei Monate spĂ€ter zeigte sich: Die Herzwand verdickte sich, die Pumpfunktion verbesserte sich, und die LebensqualitĂ€t der Patienten stieg spĂŒrbar.

FrĂŒherkennung: Ultraschall von innen

An der UniversitĂ€tsmedizin Essen setzen Ärzte auf modernste Bildgebung. Mit intravaskulĂ€rem Ultraschall (IVUS) und Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) können sie gefĂ€hrliche Plaques in den HerzkranzgefĂ€ĂŸen erkennen – noch bevor Symptome auftreten. Die im Juni 2026 veröffentlichten Daten zeigen, dass diese Verfahren die Zusammensetzung der Ablagerungen analysieren können. Ein hoher Fettanteil gilt als Warnsignal fĂŒr InstabilitĂ€t.

Wenn der Blutdruck nicht sinkt: Neue Optionen

Therapieresistenter Bluthochdruck betrifft Millionen Menschen. Dr. Marco Giacchi vom HerzGefĂ€ssZentrum Im Park in ZĂŒrich empfiehlt die renale Denervation – das Veröden sympathischer Nerven an der Nierenarterie. Diese Methode kommt infrage, wenn der Blutdruck trotz drei oder mehr Medikamenten ĂŒber 140/90 mmHg bleibt.

Neue Daten aus der Phase-III-Studie "Precision" zum Medikament Aprocitentan wurden ebenfalls Anfang Juni 2026 vorgestellt. Das Mittel senkt nachweislich die Albuminurie – ein Marker fĂŒr NierenschĂ€den und erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko. Das deutet auf einen breiteren Schutz fĂŒr Patienten mit komplexem Bluthochdruck hin.

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Übergewicht und das Herz: Abnehmen hilft

Die Verbindung zwischen Körpergewicht und Herzfunktion bleibt ein zentrales Forschungsfeld. Eine Studie aus dem FrĂŒhjahr 2026 an der Johns Hopkins University untersuchte Patienten mit Herzinsuffizienz und erhaltener Auswurfleistung (HFpEF). Ergebnis: Starkes Übergewicht ist mit einer verminderten Kontraktionsreserve des Herzmuskels verbunden. Diese Defekte sind offenbar umkehrbar – durch Gewichtsverlust, auch mit Hilfe von GLP-1-Rezeptor-Agonisten.

Die SOUL-Studie bestÀtigt zudem: Orales Semaglutid senkt das kardiovaskulÀre Risiko um 14 Prozent.

Rauchen: 6,2 Millionen Betroffene in Deutschland

Lifestyle-Faktoren belasten das Gesundheitssystem massiv. Die KKH veröffentlichte Ende Mai 2026 neue Zahlen: 6,2 Millionen Menschen in Deutschland wurden 2024 wegen TabakabhĂ€ngigkeit behandelt. Das entspricht 74 von 1.000 Einwohnern – ein Anstieg von 43 Prozent im Vergleich zu 2014.

Besonders alarmierend: Bei Rauchern zwischen 70 und 84 Jahren haben rund fĂŒnf Prozent bereits eine Lungenkrebsdiagnose erhalten.

Long COVID bei Kindern: Weniger schlimm als befĂŒrchtet

Eine Studie in Nature Communications vom Juni 2026 gibt Entwarnung fĂŒr betroffene Familien. Zwischen ein und drei Prozent der pĂ€diatrischen SARS-CoV-2-FĂ€lle entwickeln Langzeitsymptome. 20 Prozent der betroffenen Kinder leiden lĂ€nger als ein Jahr darunter. Allerdings fanden die Forscher keine Hinweise auf schwere dauerhafte SchĂ€den an Herz oder Lunge.

Die genetische Uhr: Wie alt sind Sie wirklich?

Forscher der Harvard Medical School haben einen "genetischen Taktgeber" identifiziert. Durch die Analyse von ĂŒber 11.000 Transkriptomen entdeckten sie Gene, die mit dem Zellzyklus und EntzĂŒndungsprozessen zusammenhĂ€ngen. Diese können als universelle Indikatoren fĂŒr das biologische Alter und das Sterberisiko dienen. Die Ende Mai 2026 veröffentlichte Studie zielt darauf ab, das biologische Altern ĂŒber verschiedene Spezies hinweg prĂ€ziser zu messen – auch beim Menschen.

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