Sturzprävention, Kommunen

Sturzprävention: Deutsche Kommunen starten massive Mobilitäts-Offensive

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 10:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sturzprävention, Pedelec-Kurse und der SilverCruiser: Kommunen erweitern ihre Mobilitätshilfen für ältere Menschen massiv.

Deutsche Kommunen: Neue Mobilitätsangebote für Senioren
Eine ältere Frau bei Balanceübungen in einem sonnigen Park zur Sturzprävention. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Deutsche Kommunen bauen ihre Mobilitätsangebote für Senioren massiv aus. Im Fokus: Sturzprävention, sichere Fahrrad-Nutzung und innovative Transportkonzepte.

Bewegung im Park statt Angst vor Stürzen

In Hamm startet Ende Juli ein ungewöhnliches Angebot. Ein Sportverein bietet dreimal wöchentlich Sturzprävention im Kurpark an – unter freiem Himmel und kostenlos. Ein lizenzierter Trainer leitet die Übungen zu Balance und Koordination. Treffpunkt ist eine „Plauderbank“. Die Idee: Körperliche Fitness und soziale Kontakte sollen sich gegenseitig verstärken.

Ähnliche Konzepte gibt es in Bochum. Dort fand am Dienstag ein Gesundheitscafé statt. Physiotherapeut Marc Henkel und Medizinerin Dr. Sabine Lorenz erklärten, wie Bewegung und Ernährung vor Hüftarthrose schützen. In Gotha sind für Ende Juli Aktionstage geplant – mit Seniorenyoga und Gesundheitsmessungen.

Sicherheitstraining für Rollator und Pedelec

Der sichere Umgang mit Hilfsmitteln wird oft unterschätzt. In Büchenbach zeigte Kursleiter Gert Kubitschek am Mittwoch, wie man mit dem Rollator richtig in Bus und Bahn ein- und aussteigt. Die wichtigste Lektion: Das Gerät nicht anheben, sondern sicher über Hindernisse führen.

Die Nachfrage nach Pedelec-Kursen ist enorm. Die Bonner Polizei meldet für ihre Kurse Ende Juli bereits komplette Auslastung. Weitere Termine sind für die Herbstferien geplant.

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Ein besonderes Angebot gibt es im Emsland. Kampfsportexpertin Gaby Bothe trainierte am Dienstag ehrenamtliche Seniorenbegleiter. Die Teilnehmer lernten, wie man Alltagsgegenstände wie Rollatoren, Gehstöcke oder Regenschirme zur Abwehr einsetzt. Das Wissen geben die Multiplikatoren anschließend an betreute Senioren weiter.

SilverCruiser: Ein E-Auto speziell für Senioren

Im ländlichen Raum wird die Mobilität zum Problem. Das Fraunhofer IMWS in Halle hat deshalb den SilverCruiser entwickelt – ein Leichtelektrofahrzeug für ältere Menschen. Der rollstuhlgerechte Prototyp bietet drei Sitzplätze und kombiniert Pedal- mit Elektroantrieb. Erste Tests mit einem Seniorenverein in Nauendorf liefen erfolgreich. Eine Kleinserienfertigung ist geplant.

Parallel setzen Kommunen auf Rikscha-Dienste. In Bad Wildungen wurde ein Fahrzeug für 5.900 Euro angeschafft – finanziert durch einen Markt (3.500 Euro), Spenden und eine Stiftung. Auch Nordhorn und Kaufbeuren bereiten solche Angebote vor. Senioren können dort kostenlos durch die Natur oder die Stadt gefahren werden.

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Gesundheitslotsen: Hilfe kommt nach Hause

Im Landkreis Uelzen geht man einen anderen Weg. Am Dienstag schlossen die ersten acht ehrenamtlichen Gesundheitslotsinnen ihre Ausbildung ab. Das Projekt „Gesund älter werden“ wird vom GKV-Bündnis gefördert. Die Lotsinnen besuchen Senioren zu Hause und informieren über lokale Angebote. „Wir wollen die Versorgung besser zugänglich machen“, sagt Projekt-Ansprechpartnerin Elke Heißenbüttel. Die Beratung ist kostenlos.

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