Telefonbetrug, Kriminelle

Telefonbetrug weltweit: Kriminelle erbeuten Milliarden mit neuen Tricks

03.07.2026 - 01:14:05 | boerse-global.de

Kriminelle nutzen Ping-Calls und falsche Polizisten, um Unternehmen und Privatpersonen um Millionen zu bringen. Weltweit steigen die SchÀden.

Telefonbetrug in neuer Dimension: Milliardenverluste durch Voice-Phishing
Telefonbetrug - Eine Hand hĂ€lt ein Smartphone, das ein Banklogo und ein Warnzeichen auf einen dunklen Hintergrund mit Finanzdaten projiziert. 03.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Kriminelle kombinieren technische Tricks mit psychologischem Druck und erbeuten MillionenbetrÀge.

Die SchĂ€den pro Einzelfall liegen im einstelligen Millionenbereich. Kumuliert summieren sich die Verluste fĂŒr die Wirtschaft bereits auf Milliarden.

Japan: FĂŒnfter VerdĂ€chtiger festgenommen

Die japanische Polizei meldet einen Erfolg im Kampf gegen Voice-Phishing. Anfang Juli wurde ein fĂŒnfter VerdĂ€chtiger festgenommen. Er soll gegen Bezahlung Zugangsdaten fĂŒr KryptowĂ€hrungskonten bereitgestellt haben – ĂŒber die ein Teil der Beute gewaschen wurde.

Die Betrugsserie gegen die Shiga Bank reicht bis November des Vorjahres zurĂŒck. 19 Unternehmen wurden durch automatisierte Anrufe geschĂ€digt. Die TĂ€ter gaben sich als Bankmitarbeiter aus und erbeuteten rund 350 Millionen Yen.

Seit Mai ist das PhĂ€nomen massiv angestiegen. Rund 20 mittelstĂ€ndische Unternehmen wurden Opfer einer neuen Masche: Die TĂ€ter ĂŒbernehmen per Fernwartungssoftware die Kontrolle ĂŒber Firmenterminals. Der Gesamtschaden: rund 10 Milliarden Yen. Die Angriffe erfolgen hĂ€ufig ĂŒber internationale Telefonnummern mit Pluszeichen.

Europa: Falsche Polizisten erbeuten Vermögen

Auch in Europa schlagen die BetrĂŒger zu. Im Schweizer Kanton Basel-Landschaft verlor eine Ă€ltere Person ĂŒber eine Million Franken. Die TĂ€ter gaben sich am Telefon als Polizisten aus. Sie brachten das Opfer dazu, WertgegenstĂ€nde aus einem Bankschließfach zu holen und an Unbekannte zu ĂŒbergeben.

Die echte Polizei stellt klar: Beamte fordern nie telefonisch zur Herausgabe von Vermögenswerten auf.

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In Deutschland konzentrieren sich die VorfĂ€lle auf Hessen, Nordrhein-Westfalen und ThĂŒringen. In Frankfurt ĂŒbergaben zwei Seniorinnen fĂŒnf- beziehungsweise sechsstellige BetrĂ€ge an falsche Polizisten. Im Sauerland wurde ein Ehepaar mit der Behauptung unter Druck gesetzt, ihre Tochter habe einen tödlichen Unfall verursacht. Die „Kaution“ zahlten sie in Gold und Schmuck.

Neue Taktiken: Ping-Calls und Messenger-Phishing

Die Kriminellen werden technisch immer raffinierter. Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz warnt vor Ping-Call-Anrufen via WhatsApp aus Indien, dem Iran oder Mexiko. Ziel: einen RĂŒckruf provozieren oder die KontoĂŒbernahme vorbereiten.

Sicherheitsdienste wie FBI und der ukrainische SBU beobachten koordinierte Cyberoperationen gegen Regierungsbeamte und MilitĂ€r in Europa und den USA. Die TĂ€ter verschicken SMS-Phishing-Nachrichten, die Support-Bots von Signal oder WhatsApp imitieren – um Authentifizierungscodes abzugreifen.

In Gotha wurde eine 73-JĂ€hrige ĂŒber einen Messenger-Dienst betrogen. Die TĂ€ter tĂ€uschten die Notwendigkeit exklusiver medizinischer Leistungen vor. Die Frau zahlte 20.000 Euro mit Prepaid-Karten.

Sparkassen verschÀrfen Warnungen

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Angesichts der professionellen Vorgehensweise haben deutsche Sparkassen und internationale Banken ihre Warnhinweise verschÀrft. Die Sparkasse MÀrkisch-Oderland betont: Mitarbeiter der Betrugsabteilung fragen niemals telefonisch nach PINs, Karten oder Online-Banking-ZugÀngen.

Sicherheitsexperten raten: Bei Anrufen von unbekannten internationalen Nummern misstrauisch sein, keine sensiblen Daten preisgeben. FĂŒr Messenger-Dienste die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren und unbekannte Anrufer stummschalten. Das verringert die AngriffsflĂ€che fĂŒr technische Übernahmen.

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