Traditionelle Medizin: TCM erreicht 196 LĂ€nder und Regionen weltweit
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 19:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deAnlĂ€sslich des Welt-Tages der traditionellen Medizin rĂŒckt die weltweite Verbreitung traditioneller Heilmethoden in den Mittelpunkt. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) sowie entsprechende chinesische TCM-Produkte haben mittlerweile eine Reichweite von 196 LĂ€ndern und Regionen erzielt.
In diversen nationalen Gesundheitssystemen sind Behandlungsformen der TCM bereits offiziell verankert. Der weltweite Aktionstag geht auf das Jahr 1991 zurĂŒck, als 42 LĂ€nder und Regionen auf der Internationalen Konferenz fĂŒr traditionelle Medizin in Peking die Pekinger Deklaration verabschiedeten und die jĂ€hrliche DurchfĂŒhrung initiierten.
Internationale Anerkennung und gesundheitspolitische Verankerung
Ăber ein Drittel der Weltbevölkerung hat bereits Anwendungen der TCM in Anspruch genommen. Laut Ma Jianzhong, dem PrĂ€sidenten der World Federation of Chinese Medicine Societies (WFCMS), erkennen 113 Mitgliedstaaten TCM-Therapien an.
Zudem verfĂŒgen 29 Staaten ĂŒber entsprechende Gesetze, und 20 LĂ€nder haben TCM fest in ihre nationalen Gesundheitssysteme integriert. Die Organisation selbst vereint 307 Mitgliedsorganisationen in 78 LĂ€ndern. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkennen over 100 Mitgliedstaaten die Akupunktur als therapeutische MaĂnahme an.
Auf internationaler Ebene verabschiedete die 72. Weltgesundheitsversammlung im Jahr 2019 die ICD-11, die erstmals ein eigenstÀndiges Kapitel zur traditionellen Medizin chinesischen Ursprungs enthielt.
Im Mai 2025 folgte die Annahme der globalen Strategie fĂŒr traditionelle Medizin 2025â2034 durch die 78. Weltgesundheitsversammlung, begleitet von WHO-Projekten wie der Erarbeitung einer internationalen Pharmakopöe fĂŒr HeilkrĂ€uter.
Bereits eine WHO-Untersuchung aus dem Jahr 2023 zeigte, dass zahlreiche LĂ€nder formale Ausbildungsprogramme und Versicherungslösungen bieten, wobei Regulierungsfragen fĂŒr Produkte und Fachpersonal zentrale Herausforderungen bleiben.
LĂ€nderbeispiele und globale Integrationsmodelle
In der Schweiz erkannte das Bundesamt fĂŒr Gesundheit die chinesische Medizin bereits 1999 offiziell an, woraufhin mehrere alternative Therapieformen in das System der Schweizer Krankenversicherung aufgenommen wurden.
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Brasilien integrierte die Akupunktur im Jahr 2006 in das öffentliche Gesundheitssystem Unified Health System (SUS). Sie zÀhlt dort zu den vier am hÀufigsten registrierten Therapien im öffentlichen Netz und steht im Bundesdistrikt sowie in allen 26 Bundesstaaten bereit.
In Malaysia verzeichnete die TCM-Abteilung des Tung-Shin-Krankenhauses im Jahr 2026 einen Anteil von 17 % nicht-chinesischen Patienten. Im SĂŒd-Sudan stellt ein chinesisches Ărzteteam im Lehrkrankenhaus in Juba Behandlungen mit Akupunktur, Schröpfen und Tuina im Rahmen einer integrierten Versorgung bereit.
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Neben der TCM existieren weltweite Traditionen wie Ayurveda in Indien, die historisch durch Ibn Sinas Kanon geprĂ€gte arabische Medizin, andine Koka-BlĂ€tter und afrikanische Pflanzenheilkunde. Die weltweite Malaria-MortalitĂ€t sank unter anderem durch die Artemisinin-Kombinationstherapie, fĂŒr deren Entdeckung Tu Youyou 2015 den Nobelpreis fĂŒr Physiologie oder Medizin erhielt.
Technologischer Wandel und VorsichtsmaĂnahmen
Im Heimatland der TCM erreichte die zahl der ambulanten und stationĂ€ren Besuche in entsprechenden Einrichtungen Ende 2025 den Wert von 1,82 Milliarden. Nahezu alle Kreise Chinas verfĂŒgen ĂŒber staatliche TCM-Einrichtungen.
Eine ausgeprĂ€gte Heilpflanzenvielfalt verzeichnet etwa der Kreis Jinxiu in Guangxi mit 1.351 Pflanzenarten, 104 anerkannten Arzneien und ĂŒber 5.000 erfassten Rezepten. Zugleich fĂŒhrt China im Bereich der kĂŒnstlichen Intelligenz in der traditionellen Medizin: Auf das Land entfallen 80,4 % der seit 2000 weltweit veröffentlichten sowie 84,2 % der erteilten Patente.
Fachleute verweisen bei der praktischen Nutzung auf klare medizinische Grenzen: KrÀuterprÀparate weisen Neben- sowie Wechselwirkungen auf und eignen sich nicht zur unkontrollierten Selbsteinnahme. Verfahren wie Akupunktur und Tuina sind bei Vorliegen einer Schwangerschaft, bei erhöhter Blutungsneigung, HautschÀden oder Osteoporose kontraindiziert.
Im prĂ€ventiven Alltag finden traditionelle Konzepte hingegen in Form saisonaler Anpassungen, der Nutzung von Lebensmitteln wie Ingwer, Yamswurzel oder Goji sowie ĂŒber Akupressurpunkte wie Zusanli, Neiguan und Hegu Anwendung.
