TUM, RoboGym

TUM RoboGym: 100 Roboter trainieren in 48 Arbeitszellen für den Einsatz

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das RoboGym trainiert rund 100 Robotersysteme; NEURA Robotics bereitet zudem die Serienfertigung seines neuen Humanoiden vor.
Eine weitläufige, moderne Forschungshalle mit modularen Arbeitsstationen und poliertem Industrieboden ohne Personen. Illustration mit AI erstellt.

Die Technische Universität München (TUM) und das Robotikunternehmen NEURA Robotics haben am LabCampus des Münchner Flughafens das TUM RoboGym in Betrieb genommen. Die gemeinsame Einrichtung wird vom Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI) der TUM sowie NEURA Robotics betrieben.

Ziel des Projekts ist es, durch die Erfassung physischer Interaktionsdaten generalisierbare Roboterfähigkeiten aufzubauen und die sichere Kooperation zwischen Mensch und Maschine voranzutreiben. Erste praxisnahe Einsatzfelder liegen in der industriellen Fertigung sowie der Intralogistik.

Physisches Training in 48 modularen Arbeitszellen

Die Trainingsanlage erstreckt sich über eine Fläche von 2.300 m² und bietet Platz für 48 spezialisierte Arbeitszellen. Zu Beginn durchlaufen rund 100 humanoide Systeme und Service-Roboter praktische Übungseinheiten. Auf dem Trainingsplan stehen typische betriebliche Tätigkeiten wie das Führen von Werkzeugen, die präzise Montage von Bauteilen sowie das Falten von Kartonagen.

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Die praktischen Trainingsläufe vor Ort laufen bereits seit September. Daran beteiligt sind Partner aus mehr als zehn unterschiedlichen Industriebranchen.

Durch die systematische Wiederholung mechanischer Arbeitsabläufe entstehen standardisierte Datensätze, die es den Systemen ermöglichen sollen, komplexe Bewegungsabläufe verlässlicher auf neue Aufgabengebiete zu übertragen. Die TUM fungiert in diesem Verbund zudem als Kernpartner des Robotics Institute Germany (RIG).

Investitionsprogramm und geplante Standortexpansion

Die Kooperation zwischen der Münchener Universität und dem Robotikhersteller ist als dreijährige Partnerschaft angelegt. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf rund 17 Mio. Euro. Den überwiegenden Teil der Finanzierung übernimmt NEURA Robotics mit einem Beitrag von rund 11 Mio. Euro.

Der Standort am LabCampus soll als Ausgangspunkt für ein größeres Netzwerk an Trainingszentren dienen. Die Partner planen den Aufbau weiterer Einrichtungen auf europäischer Ebene sowie in den USA und in China. Innerhalb Deutschlands ist bereits ein zusätzliches Trainingszentrum in Kooperation mit der RWTH Aachen avisiert.

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Neue Hardware-Generation für den praktischen Einsatz

Parallel zum Ausbau der physischen Trainingsflächen präsentierte NEURA Robotics am 22. Oktober 2026 mit dem 4NE1 Gen 4 die jüngste Iteration seines humanoiden Roboters. Gegenüber dem Vorgängermodell fällt das System rund 20 Prozent leichter und schlanker aus.

Ausgestattet mit einer schwarzen Textilhaut, verfeinerter Handmechanik und sogenannten Smart Limbs greift der Roboter auf das unternehmenseigene Neuron-KI-Modell zurück. Dieses verarbeitet visuelle, taktile und akustische Reize sowie Kraftmessungen parallel.

Die Modellreihe wird bereits in den Trainingseinrichtungen eingesetzt, während das Unternehmen gegenwärtig die industrielle Serienproduktion vorbereitet.

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