Vitamin C gegen Erkältungen: Meta-Analyse zeigt 8 Prozent kürzere Dauer
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 15:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte gewinnt insbesondere mit Beginn der kühleren Jahreszeit an Bedeutung. Die Internistin Dr. Ute Bals aus Quickborn erklärte in einem Bericht vom 24. September 2026, dass Vitamin C die Immunzellen bei der Antikörperbildung sowie die Aktivität von Fresszellen unterstützt.
Zugleich wirft der tatsächliche Nutzen des wasserlöslichen Vitamins bei Erkältungskrankheiten in der wissenschaftlichen Praxis immer wieder Fragen hinsichtlich Dosierung und Wirksamkeit auf.
Funktion im Immunsystem und empfohlene Tagesdosis
Vitamin C zählt neben den B-Vitaminen B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9 und B12 zu den neun wasserlöslichen Vitaminen. Mit Ausnahme von Vitamin B12 kann der menschliche Organismus diese Stoffe nicht speichern, sodass ein Überschuss über den Urin ausgeschieden wird.
Für die tägliche Zufuhr gelten geschlechtsspezifische Richtwerte: Der reguläre Tagesbedarf liegt bei Frauen bei 95 mg und bei Männern bei 110 mg. Für Personen, die rauchen, besteht ein erhöhter Bedarf von 135 mg für Frauen und 155 mg für Männer. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt zudem für Nahrungsergänzungen eine Höchstmenge von 250 mg Vitamin C täglich.
Begrenzte Effekte bei der Vorbeugung
Obwohl Vitamin C wesentliche Abwehrfunktionen stärkt, bietet es Gesunden keinen zuverlässigen Schutz vor einer Infektion. Eine Cochrane-Meta-Analyse mit mehr als 11.000 Probanden zeigte, dass eine vorbeugende Einnahme in der Allgemeinbevölkerung keine präventive Wirkung entfaltet.
Allerdings verringert eine vorab bestehende Einnahme die Dauer aufkommender Infekte moderat: Bei Erwachsenen verkürzte sich die Erkältungsdauer um 8 Prozent, bei Kindern um 14 Prozent.
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Auch Mineralstoffe spielen in diesem Kontext eine Rolle; so kann Zink bei beginnenden Erkältungssymptomen die Krankheitsdauer verkürzen, sofern die Gabe frühzeitig und in passender Dosierung erfolgt. Für Methoden wie Ingwershots oder kalte Duschen gibt es dem Verband pharmaSuisse zufolge dagegen keine belastbaren Nachweise.
Risiken höherer Dosierungen
Große Mengen des Vitamins können den Körper belasten. Die obere tolerierbare Aufnahme liegt bei etwa 2.000 mg pro Tag. Werden 2 g Vitamin C täglich zugeführt, steigt die Ausscheidung von Oxalat im Urin um durchschnittlich 22 Prozent.
Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sind ab 3 bis 4 g pro Tag vorübergehende Magen-Darm-Beschwerden möglich; die Verbraucherzentrale weist zudem auf das Risiko von Nierensteinen bei solchen Mengen hin. Patienten mit vorbestehenden Nierensteinen sollten daher maximal 1 g pro Tag aufnehmen.
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Erreger und differenzierte Symptome
Erkältungen entstehen primär durch Viren und nicht unmittelbar durch Kälte. Allerdings beeinträchtigt kalte Luft wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge die Immunantwort direkt in der Nasenschleimhaut. Insgesamt sind mehr als 200 Erkältungsviren bekannt, wobei Rhinoviren im Herbst und Frühjahr dominieren.
Die Virologin Prof. Sandra Ciesek von der Universität Frankfurt wies darauf hin, dass Rhinoviren vor allem Schnupfen und Halsschmerzen hervorrufen. Eine echte Influenza beginne im Unterschied dazu häufig mit plötzlichem hohem Fieber sowie Muskel- und Gliederschmerzen, während das RS-Virus insbesondere bei Säuglingen und älteren Menschen schwere Atemwegsbeschwerden auslösen könne.
Ein zweigipfliger Krankheitsverlauf nach fünf bis sieben Tagen gilt zudem als Warnsignal für eine bakterielle Superinfektion, bei der einfache Selbsttests oft nur wenig sensitiv reagieren.
