Prognosen: Seguro gewinnt PrÀsidentenwahl in Portugal
08.02.2026 - 21:25:22Die Stichwahl um das portugiesische PrĂ€sidentenamt hat Prognosen zufolge AntĂłnio JosĂ© Seguro von der sozialdemokratisch orientierten Sozialistischen Partei (PS) klar gewonnen. Nach einer Erhebung des als sehr zuverlĂ€ssig geltenden staatlichen Fernsehsenders RTP erhielt der 63-JĂ€hrige 68 bis 73 Prozent der Stimmen. Auch andere Medien des Landes wie die Zeitung «PĂșblico» nannten Ă€hnliche Zahlen.Â
Es galt als praktisch ausgeschlossen, dass die AuszĂ€hlung der Stimmzettel im Laufe des Abends noch etwas am Sieg Seguros Ă€ndern könnte. Seguro wĂŒrde damit Nachfolger des konservativen Amtsinhabers Marcelo Rebelo de Sousa (77), der nach zwei je fĂŒnfjĂ€hrigen Amtszeiten nicht erneut antreten durfte.
Gegner weit abgeschlagen
Der Gegenspieler Seguros, der Rechtspopulist AndrĂ© Ventura, landete nach diesen vorlĂ€ufigen Angaben weit abgeschlagen bei 27 bis 32 Prozent. Schon vor der ersten Wahlrunde hatten 60 Prozent der Befragten gesagt, dass sie auf keinen Fall fĂŒr den polarisierenden Politiker mit seiner gegen Immigranten gerichteten Agenda stimmen wĂŒrden. Ventura hatte eine Verschiebung der Wahl wegen einer ganzen Reihe von StĂŒrmen gefordert, die seit vergangener Woche ĂŒber das Land hinweggefegt waren.Â
Dass der 43-JĂ€hrige bis zu einem knappen Drittel der WĂ€hler auf sich vereinigen könnte, galt als weiteres Zeichen fĂŒr den rasanten Aufstieg der Rechtspopulisten. Nur sechs Jahre nach ihrer GrĂŒndung war Venturas Partei Chega (Es reicht) im Mai vorigen Jahres bereits zur zweitstĂ€rksten Kraft im Parlament in Lissabon avanciert. Sie stellt sich als Anwalt der einfachen Leute dar, die es gegen die als korrupt kritisierten Eliten zu verteidigen gelte.
Die Wahl verlief trotz der Probleme durch die heftigen WinterstĂŒrme weitgehend störungsfrei. Nur in drei Gemeinden mit insgesamt 37.000 Wahlberechtigten wurde die Wahl wegen der Sturmfolgen um eine Woche auf den 15. Februar verschoben.


