Ukraine, Russland

Moskau wirft Kiew versuchten Angriff auf Atomkraftwerk vor

14.11.2025 - 17:31:58

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde ist in Russland, um über die Sicherheit eines von Russland besetzten AKW in der Ukraine zu sprechen. Moskau erhebt beim Treffen Vorwürfe gegen Kiew.

Die Ukraine hat nach Angaben aus Moskau mit Drohnen das Atomkraftwerk Nowoworonesch im Süden Russlands angegriffen. Der Vorfall habe sich bereits in der Nacht zum Donnerstag ereignet, sagte der Chef der russischen Atombehörde Alexej Lichatschow am Freitag vor der Presse. Die Drohnen seien abgeschossen worden. «Aber eine Reihe von Trümmern ist herabgestürzt und hat eine Verteilereinrichtung beschädigt.» 

Als Vorsichtsmaßnahme seien zunächst drei Reaktorblöcke vom Netz genommen und auf weniger als die halbe Leistung gedrosselt worden, sagte er. Nach der Reparatur arbeite das AKW inzwischen aber wieder mit voller Kapazität. Der Gouverneur der Region Woronesch, Alexander Gussew, seinerseits berichtete von Schäden an Stromanlagen in der Nähe des Kraftwerks. Details nannte er nicht.

Russland, das seit mehr als dreieinhalb Jahren Krieg in der Ukraine führt und dort das Atomkraftwerk Saporischschja besetzt hält, hat Kiew in der Vergangenheit schon mehrfach vorgeworfen, Nuklearanlagen anzugreifen. Die Ukraine sprach zuletzt davon, dass das russische Militär gezielt für die westukrainischen AKW Riwne und Chmelnyzkyj wichtige Umspannwerke angegriffen habe. Unabhängig können diese Vorwürfe nicht überprüft werden.

Nach Angaben Lichatschows hat Moskau dem Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Rafael Grossi, ausführlich über den aktuellen Fall berichtet. Er hoffe, dass der Argentinier dem Westen die russischen Befürchtungen bezüglich einer Eskalation rund um die Atomanlagen überbringe. «Die Staatschefs in der Welt und in Europa hören auf Rafael», darauf setze Russland, sagte Lichatschow.

Grossi zuletzt mehrfach in Russland

Grossi hat den Chef der russischen Atombehörde am Freitag in Kaliningrad getroffen. Es ist nicht seine erste Reise nach Russland in den vergangenen Monaten. Grossi verhandelt vor allem über die Sicherheit des AKW Saporischschja. Allerdings gilt Moskaus Stimme auch als wichtig für die Wahl des künftigen UN-Generalsekretärs. Der IAEA-Chef hatte im September seine Kandidatur für den Posten bekanntgegeben.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Öl aus Russland: Trump streicht Strafzölle gegen Indien. Er verhängte Zölle gegen Indien, weil das Land Öl von den Russen bezog. Jetzt sieht er Fortschritte. Trump wollte Russlands Wirtschaft schwächen, damit Putin das Geld für den Ukraine-Krieg ausgeht. (Ausland, 07.02.2026 - 01:08) weiterlesen...

EU bringt 20. Paket mit Russland-Sanktionen auf den Weg Russland muss zum vierten Jahrestag seiner großangelegten Invasion in die Ukraine mit umfangreichen neuen EU-Sanktionen rechnen. (Boerse, 06.02.2026 - 16:04) weiterlesen...

EU bringt 20. Paket mit Russland-Sanktionen auf den Weg. Zum Jahrestag des Angriffskriegs gegen die Ukraine wird ein neues Paket präsentiert. Russland da treffen, wo es weh tut: Das ist das Ziel der EU-Sanktionen. (Ausland, 06.02.2026 - 15:57) weiterlesen...

Sanktionen gegen Strafgerichtshof – heikle Mission für Hubig. Von einer heiklen Einladung ist nicht mehr die Rede. Dafür von Software made in Germany. Nach US-Sanktionen bekräftigt Justizministerin Hubig die Einhaltung völkerrechtlicher Verpflichtungen. (Ausland, 06.02.2026 - 12:19) weiterlesen...

Russischer General bei Attentat schwer verletzt. Dessen Chef leitet für Russland die Verhandlungen über das Kriegsende in der Ukraine. Ein russischer Top-General und Geheimdienstler liegt nach einem Anschlag auf der Intensivstation. (Ausland, 06.02.2026 - 12:00) weiterlesen...

Tote in Ukraine nach russischen Angriffen. In der Nacht gingen die Kampfhandlungen trotzdem weiter. Mit schweren Folgen für Zivilisten. Zwei Tage lang wurde in Abu Dhabi über ein Ende des Ukraine-Kriegs verhandelt. (Ausland, 06.02.2026 - 09:13) weiterlesen...