Grönland-Streit: USA und DÀnemark sprechen am Mittwoch
13.01.2026 - 12:29:49Im Streit um US-AnsprĂŒche auf Grönland trifft sich der dĂ€nische AuĂenminister Lars LĂžkke Rasmussen an diesem Mittwoch in Washington mit US-VizeprĂ€sident JD Vance und US-AuĂenminister Marco Rubio. An dem Treffen soll auch die fĂŒr AuĂenpolitik zustĂ€ndige grönlĂ€ndische Ministerin Vivian Motzfeldt teilnehmen, wie die dĂ€nische Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf Rasmussen meldete.
Vance werde auf eigenen Wunsch an dem Treffen im WeiĂen Haus teilnehmen, so der dĂ€nische AuĂenminister nach einer Sitzung des auswĂ€rtigen Ausschusses in Kopenhagen. Man wolle die Situation in einem Rahmen erörtern, wo man sich in die Augen schauen könne. Weitere Kommentare wolle er derzeit nicht abgeben. Zuvor hatte es einen tagelangen verbalen Schlagabtausch zwischen unter anderem US-PrĂ€sident Donald Trump und dĂ€nischen Politikern wie MinisterprĂ€sidentin Mette Frederiksen in der Angelegenheit gegeben. Trump will Grönland den USA einverleiben.
DĂ€nemark und Grönland hatte daraufhin um das GesprĂ€ch gebeten. Grönland mit seinen rund 57.000 Einwohnern ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich DĂ€nemark.Â
US-PrĂ€sident Donald Trump hatte in den vergangenen Tagen erneut mit der Annexion Grönlands gedroht und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen begrĂŒndet. JĂŒngst machte er klar, dass es ihm um langfristigen Besitz von Grönland geht. «Wir sprechen ĂŒber Erwerb, nicht ĂŒber eine Pacht», sagte er.Â
Immer wieder rechtfertigt Trump den Gebietsanspruch damit, dass sich sonst China oder Russland die Insel einverleiben wĂŒrden. Zudem verwies er auf die strategische Bedeutung der Insel und auf die BodenschĂ€tze Grönlands.Â
US-AnsprĂŒche auf Grönland im Prinzip nicht neu
Trump erhebt seit lĂ€ngerem BesitzansprĂŒche auf Grönland. Schon in seiner ersten Amtszeit sorgte er fĂŒr Irritationen, als er Interesse am Kauf von Grönland anmeldete. Mit der angedrohten Annexion geht er noch weiter. Das WeiĂe Haus schloss zuletzt sogar einen MilitĂ€reinsatz ausdrĂŒcklich nicht aus.
DĂ€nemark und Grönland weisen Trumps BesitzansprĂŒche seit Wochen mit UnterstĂŒtzung zahlreicher europĂ€ischer Partner - darunter Deutschland - vehement zurĂŒck. Wenn ein Nato-Land ein anderes angreife, dann höre alles auf, hatte DĂ€nemarks Regierungschefin Frederiksen gesagt. Grönland gehört als Teil des Königreichs DĂ€nemark zur Nato. Die Arktisinsel war bis 1953 dĂ€nische Kolonie und ist inzwischen weitgehend autonom. FĂŒr die Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist aber weiter DĂ€nemark zustĂ€ndig.Â
Merz will Amerikaner einbinden
Mehrere Nato-Staaten wie GroĂbritannien hatten sich zuletzt fĂŒr einen Ausbau der BĂŒndnisprĂ€senz in der Arktis ausgesprochen. Ein Vorschlag sieht Diplomaten zufolge einen Ăberwachungseinsatz mit dem Namen «Arctic Sentry» (deutsch etwa: WĂ€chter der Arktis) vor. Er soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewĂ€hrleistet werden kann. UnterstĂŒtzt werden die PlĂ€ne fĂŒr eine stĂ€rkere BĂŒndnisprĂ€senz in der Arktis unter anderem von Deutschland und GroĂbritannien.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geht davon aus, dass die USA sich an einer stĂ€rkeren Nato-PrĂ€senz rund um Grönland beteiligen werden. «Wir teilen die amerikanischen Besorgnisse, dass dieser Teil DĂ€nemarks besser geschĂŒtzt werden muss», sagte Merz bei seinem Indien-Besuch. «Wir wollen einfach die Sicherheitslage fĂŒr Grönland gemeinsam verbessern. Und ich gehe davon aus, dass die Amerikaner sich daran auch beteiligen.» In welchem Umfang - «das werden die GesprĂ€che der nĂ€chsten Tage und Wochen zeigen», sagte Merz. AuĂenminister Johann Wadephul hat gerade erst eine Bereitschaft fĂŒr einen gröĂeren Beitrag Deutschlands zur militĂ€rischen Sicherheit in der Arktis erklĂ€rt.







