EuropĂ€er stĂŒtzen Trump-Vorschlag fĂŒr Einfrieren der Front
21.10.2025 - 16:30:51Die europĂ€ischen UnterstĂŒtzer Kiews stellen sich hinter den Vorschlag von US-PrĂ€sident Donald Trump, die KĂ€mpfe im Ukraine-Krieg an der aktuellen Frontlinie einzufrieren. «Wir unterstĂŒtzen nachdrĂŒcklich die Position von PrĂ€sident Trump, dass die KĂ€mpfe sofort eingestellt werden sollten und die aktuelle Kontaktlinie der Ausgangspunkt fĂŒr Verhandlungen sein sollte», heiĂt es in einer ErklĂ€rung der Regierungen in Deutschland, Frankreich, GroĂbritannien und anderen LĂ€ndern.
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj, EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa unterzeichneten das Statement ebenfalls. Darin heiĂt es, die Ukraine sei die einzige Partei, die es mit dem Frieden ernst meine. «Wir alle sehen, dass (der russische PrĂ€sident Wladimir) Putin weiterhin Gewalt und Zerstörung wĂ€hlt.»Â
EuropĂ€ische Einladungen fĂŒr Selenskyj
Costa lud Selenskyj auch zum Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs ab Donnerstag ein. Wie ein EU-Beamter in BrĂŒssel sagte, wird gehofft, dass der Ukrainer persönlich teilnehmen kann. Ansonsten soll er per Video zugeschaltet werden. Auf den EU-Gipfel soll noch diese Woche ein Treffen der sogenannten Koalition der Willigen unter der Leitung des britischen Premierministers Keir Starmer und Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron folgen.Â
Hintergrund der europĂ€ischen Einladungen ist das von Trump geplante Treffen mit Kremlchef Putin in Budapest. In BrĂŒssel wird befĂŒrchtet, dass dabei ĂŒber Selenskyjs Kopf hinweg ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine ausgehandelt werden könnte. Selenskyj soll deswegen noch einmal UnterstĂŒtzung zugesichert werden. Trump setzte zuletzt die Ukraine wieder stĂ€rker unter Druck, dass sie territoriale ZugestĂ€ndnisse machen solle.
Noch kein Termin fĂŒr Vortreffen Rubio-LawrowÂ
Die FĂŒhrungen in Washington und Moskau setzten die Vorbereitungen fĂŒr ein mögliches PrĂ€sidententreffen fort. Dazu besuchte auch der ungarische AuĂenminister Peter Szijjarto die USA. Allerdings wurde entgegen den Erwartungen kein Termin fĂŒr ein vorgeschaltetes Treffen der AuĂenminister Marco Rubio und Sergej Lawrow genannt.Â
Der russische Vize-AuĂenminister Sergej Rjabkow wies Berichte zurĂŒck, das Treffen sei vertagt worden. «Man kann nichts verschieben, worĂŒber es keine Vereinbarung gab», sagte er der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.
Moskau lehnt Einfrieren der Front abÂ
Lawrow bekrÀftigte allerdings in Moskau, dass Russland eine sofortige Waffenruhe und ein sogenanntes Einfrieren der KÀmpfe an der derzeitigen Front ablehne. «Wenn man einfach so aufhört, bedeutet das, die Ursachen dieses Konflikts zu vergessen», sagte Lawrow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge.
Es bedeute auch, «dass ein riesiger Teil der Ukraine unter FĂŒhrung eines Nazi-Regimes bleibt», sagte der Minister. Die russische Propaganda behauptet immer wieder, dass es in der Ukraine eine rechtsgerichtete Regierung gebe. Der Sturz der Regierung in Kiew ist ein erklĂ€rtes Kriegsziel Moskaus.
Moskau ist in seinem seit mehr als dreieinhalb Jahren andauernden Angriffskrieg bei Maximalforderungen geblieben. Demnach soll die Ukraine auf einen Nato-Beitritt verzichten und neben der Halbinsel Krim auch die Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja vollstĂ€ndig abtreten. Putin betont immer wieder, dass diesmal eine umfassende Friedensvereinbarung ausgehandelt werden solle â wĂ€hrend die KĂ€mpfe fortgefĂŒhrt werden.
Trump: Truppen sollen dort stoppen, wo sie sind
US-PrĂ€sident Trump sagte zuletzt, Russland und die Ukraine sollten jeweils dort bleiben, wo sich ihre Truppen aktuell befĂ€nden. Alles Weitere sei «sehr schwer auszuhandeln». Selenskyj stimmte zu, ergĂ€nzte aber: «Beide Seiten mĂŒssen stoppen, doch das ist eine Frage an Putin, denn wir haben den Krieg nicht begonnen.»Â
Russland griff die Ukraine erneut mit Kampfdrohnen und ballistischen Raketen an. In der nordukrainischen Stadt Nowhorod-Siwerskyj wurden mindestens vier Zivilisten getötet und sieben verletzt, wie der Gouverneur des Gebiets Tschernihiw, Wjatscheslaw Tschaus, bei Telegram mitteilte. Es gebe viele Zerstörungen in der gut 35 Kilometer von der russischen Grenze entfernten Kleinstadt. Weitverbreitet legten Treffer im Gebiet Tschernihiw die Versorgung mit Strom und Wasser lahm. Das Parlament der Ukraine in Kiew verlÀngerte das geltende Kriegsrecht und die Mobilmachung um 90 Tage bis Anfang Februar 2026.







