Italien entscheidet ĂŒber Justizreform
22.03.2026 - 07:17:04 | dpa.deIn Italien hat eine zweitĂ€gige Volksabstimmung darĂŒber begonnen, ob das Justizsystem des Landes umgebaut wird. Die beiden Kammern des Parlaments haben dem Vorhaben der rechten MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni bereits zugestimmt. Weil fĂŒr die Justizreform jedoch die Verfassung geĂ€ndert werden muss, kommt es nun auch noch zu einem Referendum. Kritiker sehen die UnabhĂ€ngigkeit der Justiz in Gefahr.Â
Die Reform ist angenommen, wenn es mehr Ja-Stimmen als Nein-Stimmen gibt. Das Referendum gilt aber auch als Stimmungstest fĂŒr das rechte und linke Lager vor der nĂ€chsten Parlamentswahl, die fĂŒr Herbst 2027 geplant ist. Das Ergebnis der Volksabstimmung wird bis Montagabend erwartet. Wahlberechtigt sind mehr als 46 Millionen Italienerinnen und Italiener.
Zentrales Vorhaben von Meloni
Das Vorhaben gehört zu den zentralen Projekten der Koalition aus drei rechten und konservativen Parteien, mit der Meloni in Rom seit dreieinhalb Jahren regiert. Italiens rechtes Lager klagt seit Jahrzehnten darĂŒber, dass groĂe Teile der Justiz aufseiten der Linken stĂŒnden. Die Opposition wiederum wirft der MinisterprĂ€sidentin vor, sich die Justiz gefĂ€llig machen zu wollen.
Kern der Reform ist, die Laufbahnen von Richtern und StaatsanwĂ€lten zu trennen. Zudem soll es neue Selbstverwaltungsorgane fĂŒr Richter und StaatsanwĂ€lte geben. An deren Besetzung soll das Parlament beteiligt werden. Damit bekĂ€me die Politik mehr Einfluss auf Personalentscheidungen.Â
Bei allem Streit sind sich die meisten einig darin, dass es im italienischen Justizsystem tatsÀchlich Reformbedarf gibt. Dort dauert es deutlich lÀnger als in vielen anderen LÀndern, bis Recht gesprochen wird. Nach einer Umfrage vertrauen nur vier von zehn Italienern ihrer Justiz.
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