Russland, Ukraine

Medien: Putin verlangte in Trump-Anruf Kontrolle über Donezk

19.10.2025 - 03:29:32

Moskau fordert für ein Ende des Angriffskriegs in der Ukraine seit längerem Gebietsabtretungen von Kiew. Im Telefonat mit Trump soll Putin laut einem Bericht einen neuen Vorschlag gemacht haben.

Kremlchef Wladimir Putin soll einem Medienbericht zufolge in seinem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump die Abtretung des strategisch wichtigen Gebiets Donezk von der Ukraine als Bedingung für ein Ende des russischen Angriffskriegs gefordert haben. Im Gegenzug soll Moskau bereit sein, Teile von zwei weiteren, teilweise von Russland eingenommen Regionen, Saporischschja und Cherson, aufzugeben, berichtete die «Washington Post» unter Berufung auf zwei Personen, die über den Inhalt des Telefonats am Donnerstag informiert seien. 

Russland hat im Laufe der vor mehr als dreieinhalb Jahren begonnenen Invasion die ostukrainische Region Luhansk fast vollständig und die vom Kreml beanspruchten Gebiete Donezk, Saporischschja und Cherson teilweise eingenommen. Zuvor hatte Putin für ein Einfrieren der Front in Saporischschja und Cherson dem Vernehmen nach Kiews vollständige Aufgabe der Regionen Luhansk und Donezk gefordert. Einige Beamte im Weißen Haus stellten die neue Forderung nach Donezk laut dem Zeitungsbericht daher nun als Fortschritt dar, da es nun nur mehr um Donezk ging. Kiew hat sich bisher nicht öffentlich dazu geäußert. Die ebenfalls von Moskau beanspruchte Halbinsel Krim kontrolliert Russland bereits seit 2014.

Treffen von Trump und Putin in Budapest geplant

Nach dem Telefonat mit Putin hatte der US-Präsident angekündigt, sich «wahrscheinlich in den nächsten zwei Wochen» mit dem Kremlchef in der ungarischen Hauptstadt Budapest zu Gesprächen treffen zu wollen. Der US-Präsident sieht sich als Vermittler im Ukraine-Krieg. Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj dürfte wohl nicht an dem Treffen teilnehmen. Trump sagte, er wolle mit dem Ukrainer aber Kontakt halten.

Selenskyj und Trump trafen sich unterdessen am Freitag in Washington, wo eine Beendigung des Ukraine-Kriegs Thema war. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff soll der ukrainischen Delegation dabei eine Abtretung von Donezk nahegelegt haben - mit dem Argument, dass die Region überwiegend russischsprachig sei, heißt es in dem Bericht der «Washington Post». 

Der ukrainische Präsident hatte sich nach eigenen Angaben von dem Treffen eine Freigabe der Lieferung von US-Marschflugkörpern des Typs Tomahawk erhofft, aber vorerst keine entsprechende Zusage bekommen. Beobachter mutmaßten einen Zusammenhang mit dem Telefonat von Trump und Putin am Vortag.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Selenskyj kritisiert nach Blackout Kiews Stadtverwaltung. Selenskyj verurteilt nicht nur den Beschuss, sondern auch die schlechte Vorbereitung darauf. Sein Angriff zielt auf einen alten Rivalen. Russische Angriffe haben Kiew in Dunkelheit und Kälte gestürzt. (Ausland, 28.01.2026 - 21:45) weiterlesen...

Bericht: 1,2 Millionen Moskauer Soldaten verwundet oder tot. Doch der seit vier Jahren tobende Krieg könnte bald eine traurige Marke überschreiten. Russland und die Ukraine behandeln ihre Verluste an Soldaten als Verschlusssache. (Ausland, 28.01.2026 - 13:47) weiterlesen...

Ukrainekrieg: SPD bringt direkte Gespräche mit Kreml ins Spiel Angesichts der Verhandlungen über die Zukunft der Ukraine und der dramatischen Folgen durch den Ausfall von Strom und Heizungen erwägen SPD-Politiker die Möglichkeit direkter Gespräche von Kanzler Friedrich Merz (CDU) mit Russland."Wir sehen, dass sich in den Gesprächen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs wenig bewegt und dass wir als Europäer nicht mit am Tisch sitzen", sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic, der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochausgaben). (Politik, 28.01.2026 - 00:01) weiterlesen...

Ukraine: Tote nach russischem Angriff auf Passagierzug. Nun ist nach ukrainischen Angaben ein Passagierzug mit vielen Menschen das Ziel eines Drohnenangriffs - mit schlimmen Folgen. Russland überzieht die Ukraine täglich mit Angriffen aus der Luft. (Ausland, 27.01.2026 - 21:34) weiterlesen...

Tote und Verletzte in Odessa nach Drohnenangriff. Wie die Menschen die Nacht erlebten – und warum in Charkiw fast alles dunkel ist. Nach dem Angriff auf Odessa: Brände, zerstörte Häuser und eine beschädigte Kirche. (Ausland, 27.01.2026 - 16:21) weiterlesen...

Selenskyj besteht auf EU-Beitritt für Ukraine schon 2027. Die Mitgliedschaft sieht er als Sicherheitsgarantie für sein Land. Der ukrainische Präsident Selenskyj wirbt beim österreichischen Kanzler Stocker für einen raschen EU-Beitritt der Ukraine. (Ausland, 27.01.2026 - 15:00) weiterlesen...