Russland, Ukraine

Ukrainekrieg: SPD bringt direkte GesprÀche mit Kreml ins Spiel

28.01.2026 - 00:01:00

Angesichts der Verhandlungen ĂŒber die Zukunft der Ukraine und der dramatischen Folgen durch den Ausfall von Strom und Heizungen erwĂ€gen SPD-Politiker die Möglichkeit direkter GesprĂ€che von Kanzler Friedrich Merz (CDU) mit Russland."Wir sehen, dass sich in den GesprĂ€chen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs wenig bewegt und dass wir als EuropĂ€er nicht mit am Tisch sitzen", sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic, der "SĂŒddeutschen Zeitung" (Mittwochausgaben).

"So wie es jetzt lÀuft, darf es nicht weiterlaufen."

Man mĂŒsse neue Wege gehen. "Dazu gehört auch die KlĂ€rung der Frage, auf welcher Ebene und durch wen der diplomatische Kontakt zu Russland gesucht werden soll", sagte er. Merz mĂŒsse insgesamt mehr Mut aufbringen. "Ich erwarte von der Bundesregierung, dass wir uns gemeinsam mit europĂ€ischen Staaten und BĂŒndnispartnern Gedanken machen, wie eine Strategie aussehen kann, bei der wir wieder einen festen Platz am Verhandlungstisch erhalten."

Ahmetovic kritisierte, dass man bisher so stark auf die US-Verhandler setze, zumal in einer Phase, in der die US-Regierung Europa wie in der Grönland-Frage so brĂŒskiere. "Dass wir die VerhandlungsfĂŒhrung zwei US-Immobilienunternehmern, Steve Witkoff und Jared Kushner, ĂŒberlassen, erfĂŒllt mich mit erheblicher Skepsis".

Zuletzt hatten bereits der französische StaatsprĂ€sident Emmanuel Macron und Italiens MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni gesagt, dass man vielleicht mit Wladimir Putin das GesprĂ€ch suchen mĂŒsste, weil die bisherigen AnsĂ€tze irgendwie nicht weiterfĂŒhrten. "Ich glaube, es ist der Moment gekommen, in dem auch Europa mit Russland sprechen sollte", sagte Meloni vor zwei Wochen in Rom.

Auch der langjĂ€hrige SPD-Fraktionschef Rolf MĂŒtzenich fordert den Versuch direkter GesprĂ€che. "Dass die US-Verhandler europĂ€ische Interessen beachten, muss man spĂ€testens nach den Erfahrungen der letzten Monate bezweifeln", sagte er. Manche DemĂŒtigungen durch Trump und seine Regierung hĂ€tte man besser aushalten können, "wenn wir frĂŒhzeitig die EigenstĂ€ndigkeit Europas in den Mittelpunkt unserer Überlegungen gestellt hĂ€tten".

Merz hat als Kanzler bisher kein Telefonat mit dem russischen PrĂ€sidenten gefĂŒhrt. Auf die Frage, ob Merz, wie einige in der Koalition kolportieren, sich schon um ein Telefonat bemĂŒht habe, aber auf Abwehr beim Kreml gestoßen sei, erklĂ€rte das Bundespresseamt, die Bundesregierung Ă€ußere sich grundsĂ€tzlich nicht zu vertraulichen GesprĂ€chen im Rahmen von internationalen Beziehungen. Damit sei keine Aussage getroffen, "ob der Sachverhalt zutreffend ist oder nicht". Verwiesen wird zudem auf Aussagen des stellvertretenden Regierungssprechers aus dem Dezember, der auf die Frage, ob es Absichten des Kanzlers fĂŒr ein solches Telefonat mit Putin gebe, antwortete, dazu gebe es nichts mitzuteilen.

@ dts-nachrichtenagentur.de

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