Ukraine, Russland

Massiver russischer Luftangriff auf Ukraine

28.09.2025 - 13:43:23

Russland greift die Ukraine wieder mit Hunderten Drohnen und Raketen an. Es gibt Tote und viele Verletzte. In Polen gehen westliche Kampfjets in Abfangbereitschaft.

In der Ukraine sind durch russische Angriffe mit Drohnen und Raketen nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens vier Menschen getötet worden. Unter den Toten war in Kiew auch ein zwölf Jahre altes Mädchen, das laut Behörden von einer Betonplatte erschlagen wurde. «Bestialische Schläge, bewusster und zielgerichteter Terror gegen gewöhnliche Städte - fast 500 Kampfdrohnen und über 40 Raketen, darunter (die Hyperschallrakete) "Kinschal"», schrieb der Staatschef in sozialen Netzwerken. Der Angriff dauerte demnach gut zwölf Stunden. 

Landesweit gab es dem Innenminister Ihor Klymenko zufolge über 70 Verletzte, mehr als 100 zivile Objekte wurde beschädigt. Hauptziel waren nach Angaben Selenskyjs die Hauptstadt Kiew und das Umland, dazu die Gebiete Saporischschja, Chmelnyzkyj, Sumy, Mykolajiw, Tschernihiw und Odessa. «Infolge des Beschusses wurde in der Hauptstadt das Gebäude des Instituts für Kardiologie beschädigt», teilte er mit. Laut Minister Klymenko starben dort eine Krankenschwester und ein Patient.

Selenskyj kündigt Gegenschläge an

Russland setzte mit dem Angriff laut Selenskyj nach der Woche der UN-Generalversammlung ein klares Zeichen. «Moskau will weiter kämpfen und töten und verdient nur den härtesten Druck der Welt», schrieb der Präsident. Er rief dazu auf, jegliche Importe aus Russland einzustellen, und kündigte Gegenschläge an, um Moskau zur Diplomatie zu zwingen.

Dagegen warf Kremlsprecher Dmitri Peskow Selenskyj im russischen Staatsfernsehen einmal mehr vor, kein Interesse an Friedensverhandlungen zu haben. Er inszeniere sich vielmehr als «tapferer Kämpfer», um die EU zur weiteren Finanzierung des Krieges zu drängen. Russland will mit den Luftschlägen auch den Druck auf die Führung in Kiew erhöhen, sich auf Moskaus Bedingungen für ein Kriegsende einzulassen. Kiew lehnt eine Kapitulation ab.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, in der Nacht zum Sonntag einen «massiven Schlag» gegen Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes sowie gegen Militärflugplätze der Ukraine ausgeführt zu haben.
Erneut behauptete das Ministerium auch: «Die Ziele des Angriffs wurden erreicht, alle vorgesehenen Objekte wurden getroffen.» Von den zivilen Schäden und Opfern war keine Rede.

Polnische Jets wieder in der Luft

Das EU- und Nato-Land Polen ließ während der russischen Luftschläge gegen die Ukraine Kampfjets der eigenen Luftwaffe und der Alliierten aufsteigen, wie das Oberkommando der Streitkräfte bekannt gab. Dies ist bereits seit vielen Monaten Routine. Seit einigen Wochen wird in diesen Fällen auch die Flugabwehr in Bereitschaft gesetzt.

Gegen 8.00 Uhr morgens informierte das Oberkommando auf der Plattform X darüber, dass die Aktion beendet sei. Russland habe den polnischen Luftraum nicht verletzt, hieß es. Polens Armee bedankte sich bei der niederländischen Luftwaffe, die mit ihren F-35 Kampfjets beteiligt waren. «Wir bedanken uns auch bei der Bundeswehr für ihr Engagement und ihre Unterstützung mit den Patriot-Systemen, die die Bewachung des polnischen Luftraums verstärkt haben», hieß es.

Hunderte Drohnen und fast fünfzig Raketen eingesetzt

Die ukrainische Luftwaffe führte in ihrer bei Telegram veröffentlichten Statistik insgesamt fast 600 eingesetzte russische Drohnen auf. 95 Prozent davon seien abgefangen worden. Von 46 luft- und seegestützten russischen Marschflugkörpern seien wiederum 93 Prozent abgeschossen worden. Dabei sei jedoch keine der beiden Kinschal-Hyperschallraketen abgefangen worden. Militärbeobachter hatten in der Nacht den Militärflughafen Starokostjantyniw im westukrainischen Gebiet Chmelnyzkyj als mutmaßliches Ziel benannt.

Insgesamt gab es den Angaben zufolge Einschläge von 5 Raketen und 31 Kampfdrohnen an 16 Zielorten. An 25 weiteren Stellen seien Trümmer abgeschossener Raketen und Drohnen abgestürzt.

Die Ukraine wehrt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als dreieinhalb Jahren gegen die russische Invasion.

@ dpa.de

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