USA, DĂ€nemark

Trump ernennt Sondergesandten fĂŒr Grönland

22.12.2025 - 05:19:35

US-PrÀsident Trump will sich Grönland einverleiben. Daraus macht er kein Geheimnis. Zuletzt war es um die umstrittene Idee ruhiger geworden. Nun gibt es eine neue Initiative.

US-PrĂ€sident Donald Trump ernennt den Gouverneur des sĂŒdlichen Bundesstaats Louisiana, Jeff Landry, zum Sondergesandten fĂŒr das offiziell zu DĂ€nemark gehörende Grönland. Dieser verstehe, wie wichtig die Insel im Nordatlantik fĂŒr die Sicherheit der USA sei, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Landry werde sich stark fĂŒr die Interessen und die Sicherheit der USA sowie fĂŒr das Â«Ăœberleben unserer VerbĂŒndeten» und der ganzen Welt einsetzen, schrieb der Republikaner weiter ĂŒber seinen Parteifreund.

Trump hat seit seinem Amtsantritt im Januar immer wieder mit Hinweis auf GrĂŒnde der nationalen Sicherheit umstrittene BesitzansprĂŒche auf Grönland angemeldet. Die Debatte darĂŒber war zuletzt aber etwas abgeklungen.

Grönland ist zu vier FĂŒnfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so groß wie Deutschland, hat aber nur knapp 57.000 Einwohner. Die Insel ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich DĂ€nemark.

Der dĂ€nische Außenminister Lars LĂžkke Rasmussen teilte der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge schriftlich mit, dass die Ernennung Landrys zum US-Sondergesandten zeige, «dass das amerikanische Interesse an Grönland weiterhin besteht.» Er forderte die USA dazu auf, «die territoriale IntegritĂ€t des Königreichs» zu respektieren.

US-Regierung hofft wohl auf direkten Draht zur FĂŒhrung in Grönland 

DĂ€nische Medien hatten jĂŒngst berichtet, dass die US-Regierung sich darum bemĂŒhe, direkte Kontakte zur Regierung Grönlands aufzubauen. Politische Praxis im Königreich DĂ€nemark ist es aber, dass sowohl dĂ€nische als auch grönlĂ€ndische Vertreter bei GesprĂ€chen prĂ€sent sein mĂŒssen, wenn es um Außen-, Sicherheits- oder Verteidigungsfragen geht, die Grönland betreffen. Grönland ist flĂ€chenmĂ€ĂŸig die grĂ¶ĂŸte Insel der Erde. 

Landry bezeichnete es auf der Plattform X als eine Ehre, dazu beitragen zu dĂŒrfen, «Grönland zu einem Teil der USA zu machen». Er ist seit Anfang 2024 Gouverneur von Louisiana. Wieso Trump ausgerechnet ihn als Sondergesandten einsetzen will, ist unklar. Geografisch nĂ€her an Grönland wĂ€ren zum Beispiel die Bundesstaaten im Nordosten der USA, doch dort dominieren politisch eher die Demokraten. Von Baton Rouge, der Hauptstadt Louisianas, sind es Luftlinie rund 4.600 Kilometer bis nach Nuuk, der Hauptstadt Grönlands. 

Louisiana wurde einst von den USA gekauft

1803 hatten die USA ein riesiges Gebiet namens Louisiana, das den heutigen US-Bundesstaat einschließt, Frankreich abgekauft. Trump hatte bereits wĂ€hrend seiner ersten Amtszeit (2017-2021) davon gesprochen, Grönland fĂŒr die USA kaufen zu wollen. DĂ€nemark und die autonome Regierung Grönlands lehnen diese Bestrebungen ab. 

Sondergesandte wurden bei frĂŒheren PrĂ€sidenten vor allem fĂŒr schwierige Verhandlungen und Krisenherde ernannt. Die Beziehungen zu VerbĂŒndeten, wie dem Nato-Partnerstaat DĂ€nemark, wurden traditionell federfĂŒhrend von einer US-Botschafterin oder einem Botschafter gepflegt.

@ dpa.de

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