Deutschland, Gesundheit

Kassen dringen auf Einigung fĂŒr Ausgabenbremse

17.12.2025 - 02:30:04

Die Bundesregierung will möglichst verhindern, dass die Krankenversicherung Anfang 2026 noch teurer wird. Kommt dafĂŒr ein Kompromiss in letzter Minute zustande?

Die gesetzlichen Krankenkassen mahnen Bund und LĂ€nder zu einer VerstĂ€ndigung fĂŒr eine geplante Ausgabenbremse, um den Druck fĂŒr erneute Beitragserhöhungen im neuen Jahr zu vermindern. Der Chef des Spitzenverbands, Oliver Blatt, sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Der Vermittlungsausschuss muss jetzt liefern, da der Anstieg der ZusatzbeitrĂ€ge sonst noch stĂ€rker wird als ohnehin schon erwartet.» Leidtragende einer Nicht-Einigung wĂ€ren die Versicherten, deren Arbeitgeber und die Wirtschaft.

Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat berĂ€t heute ĂŒber ein Spargesetz, das die LĂ€nderkammer im November vorerst gestoppt hat. Der Widerstand richtet sich gegen Einsparungen von 1,8 Milliarden Euro bei den KrankenhĂ€usern, die den Großteil des Sparpakets von insgesamt zwei Milliarden Euro ausmachen sollen. Die LĂ€nder kritisieren dies als einseitig und befĂŒrchten nachteilige Folgen fĂŒr die Finanzen der Kliniken ĂŒber das nĂ€chste Jahr hinaus.

Konkret soll nach dem Gesetz von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) der Anstieg der VergĂŒtungen 2026 auf die tatsĂ€chlichen Kostensteigerungen begrenzt werden. Das soll dazu beitragen, die ZusatzbeitrĂ€ge der Kassen zum 1. Januar 2026 zu stabilisieren. FĂŒr einen Kompromiss drĂ€ngt die Zeit, wenn er in der letzten Bundesratssitzung des Jahres am Freitag gebilligt werden soll.

Mögliche Kompromisslinie?

Als mögliche Stoßrichtung fĂŒr eine VerstĂ€ndigung rĂŒckte vor der Sitzung des Vermittlungsausschusses in den Blick, die Spar-Auswirkungen auf das Jahr 2026 einzugrenzen und fĂŒr 2027 eine etwas höhere Ausgangsbasis fĂŒr dann folgende VergĂŒtungsregelungen festzulegen. Das geht aus dem Entwurf einer ProtokollerklĂ€rung der Bundesregierung mit Stand von Dienstag hervor, ĂŒber den zunĂ€chst das Nachrichtenportal «Politico» berichtete. Im GesprĂ€ch ist fĂŒr die Umsetzung auch ein Änderungsvorschlag fĂŒr das beschlossene Gesetz.

Die Krankenkassen mĂŒssen in diesen Tagen ihre ZusatzbeitrĂ€ge fĂŒr 2026 festlegen, die sie je nach ihrer Finanzlage ermitteln. Im Schnitt liegt das Niveau derzeit bei 2,9 Prozent. Der gesamte Beitrag, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen, umfasst daneben den allgemeinen Satz von 14,6 Prozent. Kassenvertreter warnen, dass auch mit dem Sparpaket Anhebungen 2026 absehbar seien, da viele Kassen Reserven auf Mindestwerte auffĂŒllen mĂŒssen.

@ dpa.de

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