Brandenburg, Deutschland

Brandenburger Landtag lehnt Neuwahl ab - BSW stimmt mit AfD

09.01.2026 - 13:32:46

Die Rot-Lila-Koalition in Brandenburg ist nach internem Streit des BSW zerbrochen. Kommt es zu einer Neuwahl? Bei der Abstimmung schließt sich das BĂŒndnis Sahra Wagenknecht einem AfD-Antrag an.

  • Die BSW-Fraktion von Niels-Olaf LĂŒders stimmt wie die AfD im Brandenburger Landtag fĂŒr eine Neuwahl. - Foto: Jens Kalaene/dpa

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  • Die AfD will eine Neuwahl - der Antrag scheitert im Brandenburger Landtag. - Foto: Jens Kalaene/dpa

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Die BSW-Fraktion von Niels-Olaf LĂŒders stimmt wie die AfD im Brandenburger Landtag fĂŒr eine Neuwahl. - Foto: Jens Kalaene/dpaDie AfD will eine Neuwahl - der Antrag scheitert im Brandenburger Landtag. - Foto: Jens Kalaene/dpa

Nach dem Scheitern der Rot-Lila-Koalition in Brandenburg ist ein AfD-Antrag zur Auflösung des Parlaments fĂŒr eine Neuwahl gescheitert. Die möglichen kĂŒnftigen Regierungspartner SPD und CDU lehnten ihn im Landtag in Potsdam ab. Das BSW stimmte bei der namentlichen Abstimmung geschlossen fĂŒr den AfD-Antrag - wie AfD. FĂŒr einen Erfolg wĂ€re eine Zweidrittelmehrheit nötig gewesen. SPD und CDU planen GesprĂ€che fĂŒr eine Koalition.

MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke (SPD) hatte die bundesweit einzige SPD/BSW-Koalition am Dienstag beendet. Als GrĂŒnde nannte er InstabilitĂ€t durch einen Zerfall der BSW-Landtagsfraktion nach Austritten dreier Abgeordneter sowie ein fehlendes Bekenntnis der Fraktion zur gemeinsamen Koalition.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Björn LĂŒttmann sagte, SPD und BSW seien lange gemeinsam auf einem guten Weg gewesen. «Was die Menschen aber nicht wollen, ist monatelanger Streit in einer Fraktion, der dazu fĂŒhrt, dass man seine Arbeit im Landtag vernachlĂ€ssigt und die StabilitĂ€t der Regierungsarbeit gefĂ€hrdet.» StabilitĂ€t im Landtag «kann es in einer neuen Koalition meiner Fraktion mit der CDU-Fraktion geben».

AfD und BSW sehen Missachtung des WĂ€hlerwillens

Die AfD hĂ€lt eine Neuwahl fĂŒr angebracht. «Wenn drei Abgeordnete dieses BSW verlassen, von denen sich zwei der SPD anschließen, dann ist das eine Missachtung des WĂ€hlerwillens zugunsten eigener Ambitionen», sagte Fraktionschef Hans-Christoph Berndt.

Das BĂŒndnis Sahra Wagenknecht (BSW) argumentierte Ă€hnlich. Es wirft der SPD vor, eine Koalition mit der CDU von langer Hand geplant zu haben, die aber nicht dem WĂ€hlerwillen bei der Landtagswahl 2024 entsprochen habe.

«Es ist die Unwahrheit, wenn heute behauptet wird, die BSW-Fraktion sei wegen internen Streits nicht regierungsfĂ€hig und deswegen mĂŒsse man die Koalition beenden», sagte Fraktionschef Niels-Olaf LĂŒders. «Weil wir im besten Sinne ein unbequemer Koalitionspartner waren und zunehmend geworden sind, wurde im November gezielt auf infame Weise ein streit vom Zaun gebrochen.»

Woidke gegen Neuwahl

Der SPD-Regierungschef hĂ€lt eine Neuwahl nicht fĂŒr sinnvoll. Er will vorerst mit einer Minderheitsregierung weiterarbeiten und strebt eine Koalition mit der CDU an, die zwei Stimmen Mehrheit hĂ€tte - so viele wie SPD und BSW nach der Landtagswahl 2024. Nach der Wahl kamen SPD und CDU nur auf ein Patt ohne Mehrheit. Deshalb war es nicht damals schon zu dem BĂŒndnis gekommen.

Zum Auftakt der Sondersitzung hatte die BSW-Fraktion erstmals geschlossen fĂŒr einen AfD-Antrag gestimmt. Die AfD wollte die VizeprĂ€sidentin Jouleen Gruhn nach ihrem Wechsel von der BSW- zur SPD-Fraktion abwĂ€hlen. Der Antrag scheiterte.

SPD und BSW hatten als Koalition vereinbart, grundsĂ€tzlich gegen AntrĂ€ge der Opposition zu stimmen. Allerdings votierte der BSW-Abgeordnete Sven Hornauf bereits mehrfach fĂŒr AfD-AntrĂ€ge, was SPD und BSW tolerierten. Der Verfassungsschutz Brandenburg stuft die AfD als gesichert rechtsextremistisch ein. Die AfD geht dagegen juristisch vor.

@ dpa.de

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