Deutschland, Berlin

AnschlagsplĂ€ne? Mutmaßliche Hamas-Waffenbeschaffer gefasst

01.10.2025 - 19:50:11

Drei MĂ€nner sollen fĂŒr die Hamas Waffen fĂŒr AnschlĂ€ge auf israelische und jĂŒdische Einrichtungen in Deutschland beschafft haben. Das Bundeskriminalamt nimmt sie in Berlin fest.

Die Bundesanwaltschaft hat in Berlin drei mutmaßliche Mitglieder der islamistischen Terrororganisation Hamas festnehmen lassen. Als sogenannte Auslandsoperateure sollen sie von Deutschland aus Waffen und Munition fĂŒr die Vereinigung beschafft haben, wie die Karlsruher Behörde mitteilte. «Die Waffen sollten der Hamas fĂŒr MordanschlĂ€ge auf israelische oder jĂŒdische Einrichtungen in Deutschland dienen.» Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte in BrĂŒssel: «Wir gehen davon aus, dass diese Bedrohungslage konkret war.» Er sprach von verdichteten AnschlagsplĂ€nen.

Durchsuchungen habe es auch in Leipzig gegeben, wo einer der Beschuldigten gewohnt habe, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Bei einem vierten, nicht festgenommenen Beschuldigten in Oberhausen in Nordrhein-Westfalen sollte ebenfalls durchsucht werden. Zuvor hatte der «Spiegel» ĂŒber die Durchsuchung berichtet. 

Waffen und Munition «in erheblichem Umfang» gefunden

Bei den Festgenommenen handelt es sich den Angaben zufolge um einen 36-jĂ€hrigen deutschen Staatsangehörigen, der im Libanon geboren wurde, sowie um einen im Libanon geborenen 43-JĂ€hrigen, dessen Staatsangehörigkeit zunĂ€chst unklar war. Außerdem ist ein 44-jĂ€hriger Deutscher, der aus Syrien stammt, betroffen. Die drei MĂ€nner sollen laut der Mitteilung spĂ€testens seit dem Sommer 2025 Schusswaffen und Munition besorgt haben. 

Bei der Festnahme hÀtten die EinsatzkrÀfte diverse Waffen gefunden - «darunter ein Sturmgewehr AK 47 sowie mehrere Pistolen, und Munition in erheblichem Umfang», teilte die Bundesanwaltschaft weiter mit. Die oberste Anklagebehörde in Deutschland werde morgen beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs AntrÀge auf den Erlass von Haftbefehlen stellen. 

Dobrindt: Deutschland eindeutig «Aktionsraum» fĂŒr Terroristen

Nach den Worten von Innenminister Dobrindt wurde eine terroristische Bedrohungslage abgewendet. Die Beschuldigten seien seit lÀngerem im Fokus der Behörden gewesen und unter Beobachtung, der Verfassungsschutz sei involviert. «Vor einigen Monaten ist ein uns bekannter TerrorverdÀchtiger mit Hamas-Kontakten nach Deutschland eingereist», erklÀrte er. 

In den vergangenen Monaten sei nicht eindeutig klar gewesen, gegen welche Personen, Veranstaltung oder Einrichtung sich die AnschlagsplÀne richteten. Aber es sei gut möglich, dass sich das jetzt im Laufe der Ermittlungen Àndere. 

Dobrindt sagte, Deutschland sei eindeutig «Aktionsraum» fĂŒr Terroristen. «Deswegen mĂŒssen wir uns dagegen auch immer stark wappnen.» Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) erklĂ€rte: «Klar ist in jedem Fall: JĂŒdisches Leben in Deutschland ist bedroht. Terroristen und radikale Antisemiten trachten JĂŒdinnen und Juden nach dem Leben – auch hierzulande. Unser Staat ist in der Verantwortung, gegen diese Bedrohungen vorzugehen.»

Hamas verantwortlich fĂŒr Massaker in Israel

ErklĂ€rtes Ziel der Hamas ist die Vernichtung des Staates Israel und die Errichtung eines islamischen Gottesstaates im Nahen Osten. Die Organisation ist verantwortlich fĂŒr den Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 Menschen als Geiseln genommen wurden. Die beispiellose Attacke löste den Gaza-Krieg aus.

Es ist nicht die erste Festnahme von mutmaßlichen Hamas-Mitgliedern durch die Bundesanwaltschaft. Im Dezember 2023 hatte sie beispielsweise drei MĂ€nner in Berlin und einen im niederlĂ€ndischen Rotterdam festnehmen lassen. Sie waren nach frĂŒheren Angaben seit Jahren als Auslandsoperateure der Terrororganisation tĂ€tig und «nahmen innerhalb der Vereinigung wichtige Positionen mit unmittelbarer Anbindung an FĂŒhrungskrĂ€fte des militĂ€rischen FlĂŒgels ein». Sie sollen unter anderem nach Waffendepots der Vereinigung gesucht haben. Der Prozess am Kammergericht Berlin lĂ€uft noch.

@ dpa.de

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