Deutschland, Berlin

Innenminister wollen potenzielle AttentĂ€ter besser aufspĂŒren

13.06.2023 - 12:09:17

Nach Messerattacken wie in Brokstedt stellt sich immer die Frage, ob Hinweise womöglich ĂŒbersehen wurden? Die Innenministerinnen und Innenminister arbeiten zumindest an einem FrĂŒhwarnsystem.

Bei ihrer FrĂŒhjahrskonferenz in Berlin wollen die Innenminister von Bund und LĂ€ndern diese Woche ĂŒber Spionagerisiken, Migration und Cannabis sprechen. Zu den Themen auf der XXL-Tagesordnung des Treffens, das am Mittwochabend in Berlin beginnt, gehören auch neue Methoden zur Verhinderung willkĂŒrlicher Messerangriffe von Extremisten und psychisch Kranken. Anlass ist die tödliche Attacke nahe dem holsteinischen Brokstedt im Januar.

Die Ministerinnen und Minister haben allerdings recht unterschiedliche VorschlĂ€ge, wie dieses Ziel am besten erreicht werden kann. Sie reichen von der verbesserten Erfassung auslĂ€ndischer MehrfachtĂ€ter ĂŒber Methoden zur FrĂŒherkennung potenzieller AmoklĂ€ufer und AttentĂ€ter bis hin zu einem automatischen Austausch bestimmter Mitteilungen zwischen AuslĂ€nder-, Polizei-, Justiz- und Justizvollzugsbehörden.

Inwieweit auch Gesundheitsdaten weitergeleitet werden sollten, dĂŒrfte bei den Diskussionen sicher auch eine Rolle spielen. Denn vor einigen Attacken, bei denen in den vergangenen Jahren FahrgĂ€ste und Passanten zu Opfern wurden, hatte es zuvor Hinweise auf psychische Erkrankungen gegeben. Oftmals kam ein islamistisches Motiv hinzu.

Der PalĂ€stinenser Ibrahim A. soll am 25. Januar in einem Zug von Kiel nach Hamburg bei Brokstedt FahrgĂ€ste mit einem Messer angegriffen und zwei im Alter von 17 und 19 Jahren getötet haben. FĂŒnf weitere Menschen wurden verletzt. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe erhob Anklage wegen Mordes und versuchten Mordes. Die Aufarbeitung des Falles offenbarte unter anderem Defizite in der Kommunikation zwischen Behörden. Der TatverdĂ€chtige hatte auch in anderen BundeslĂ€ndern Straftaten verĂŒbt.

Vorbild Österreich?

Ebenfalls weit oben auf der Tagesordnung des Treffens steht das Thema Migration und FlĂŒchtlinge. Einzelne LĂ€nder dringen auf vorĂŒbergehende stationĂ€re Kontrollen an weiteren Grenzabschnitten, so wie es sie derzeit an der Grenze zu Österreich gibt.

Aus Sicht der Innenressort-Chefs werfen außerdem die PlĂ€ne der Bundesregierung fĂŒr eine Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken grundlegende Fragen fĂŒr die Arbeit der Polizei auf. Vorgesehen ist eine Freigabe von Cannabis innerhalb spezieller Vereine, sogenannter Cannabis-Clubs. Erlaubt sein soll der Besitz von bis zu 25 Gramm Cannabis und auch der Anbau von maximal drei Pflanzen zum Eigenbedarf. Einen freien Verkauf in speziellen LĂ€den, wie ursprĂŒnglich beabsichtigt, soll es zunĂ€chst nicht geben. In Kreisen und StĂ€dten mehrerer LĂ€nder sollen zudem in Modellprojekten «kommerzielle Lieferketten» ausprobiert werden, von der Produktion ĂŒber den Vertrieb bis zum Verkauf von Cannabis in FachgeschĂ€ften.

Auch Letzte Generation Thema

Die halbjĂ€hrliche Konferenz der Innenminister (IMK) findet in diesem Jahr unter dem Vorsitz Berlins in der Hauptstadt statt. Sie endet am Freitag. Die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte vor Beginn des Treffens einen einheitlichen Umgang der BundeslĂ€nder mit neuen Protestformen wie den Straßenblockaden der Klimaschutzinitiative Letzte Generation.

Auch die aktuelle IMK-Vorsitzende, Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD), hatte eine weitere Debatte der Minister ĂŒber die Klimaschutz-Demonstranten und ihre Blockaden angeregt. Berlin sei als Hauptstadt mit den Bundesministerien besonders stark von den Blockade- und sonstigen Aktionen betroffen.

Unmut gab es vor der IMK beim Blick auf die Nationale Sicherheitsstrategie, die an diesem Mittwoch von der Bundesregierung beschlossen und vorgestellt werden soll. «Bis heute liegt uns der Text der Nationalen Sicherheitsstrategie nicht vor, von einer Beteiligung ganz zu schweigen», sagte Spranger am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Sie habe sich als IMK-Vorsitzende persönlich dafĂŒr eingesetzt, dass diese Strategie nicht ohne die Expertise der LĂ€nder entwickelt werde, die hier in einigen Bereichen schließlich auch Verantwortung trĂŒgen. Das AuswĂ€rtige Amt habe dennoch darauf verzichtet, die BundeslĂ€nder einzubinden.

@ dpa.de

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