Justiz

Richterbund reichen ReformplĂ€ne fĂŒr Verwaltungsgerichte nicht

03.02.2026 - 00:00:00

Der Deutsche Richterbund (DRB) hat die ReformplĂ€ne von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) zur Entlastung der Verwaltungsgerichte als unzureichend kritisiert."Die ReformplĂ€ne fĂŒr das Verfahrensrecht der Verwaltungsgerichte gehen in die richtige Richtung", sagte DRB-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Sven Rebehn dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

"Die beschleunigenden Effekte der RechtsĂ€nderungen dĂŒrften aber ĂŒberschaubar bleiben." Der zentrale Engpass liege weniger im Verfahrensrecht als bei der personellen Ausstattung der Justiz.

"Tragende SĂ€ule eines Rechtsstaatspakts von Bund und LĂ€ndern muss die personelle VerstĂ€rkung der Gerichte sein", sagte Rebehn. Besonders die Verwaltungsgerichte stĂŒnden unter erheblichem Druck. Nach rund 72.000 Hauptsacheverfahren im Jahr 2023 und mehr als 100.000 FĂ€llen im Jahr 2024 zeichne sich fĂŒr 2025 ein erneuter Anstieg um rund 50 Prozent ab.

Dass die Zahl der AsylantrĂ€ge zuletzt rĂŒcklĂ€ufig gewesen sei, entlaste die Gerichte bislang nicht. Hintergrund sei, dass das Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge seine VerfahrensbestĂ€nde derzeit schneller abarbeite - mit der Folge einer neuen Klagewelle. "Die neue Asylklagewelle bringt auch den Trend zu kĂŒrzeren Gerichtsverfahren wieder ins Stocken", sagte Rebehn. Hubig hatte am Montag einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt. Ziel sei es, Gerichte zu entlasten und Verfahren zu beschleunigen, ohne den Aufwand zu erhöhen.

@ dts-nachrichtenagentur.de