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Feuerwehr Kalkar: Zweimal 100 Jahre Feuerwehrgeschichte ...

Kalkar - 100 Jahre Löschzug Kalkar, 100 Jahre Löschgruppe Appeldorn: Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Kalkar feierte am Samstag, 10. Oktober 2026, gleich zwei bedeutende JubilĂ€en. Im Mittelpunkt des Stadtfeuerwehrfestes standen ein Jahrhundert ehrenamtliches Engagement, gelebte Kameradschaft und die Menschen, die sich seit Generationen fĂŒr die Sicherheit der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger einsetzen. Im PĂ€dagogischen Zentrum des Schulzentrums Kalkar kamen zahlreiche Feuerwehrangehörige, ihre Partnerinnen und Partner sowie GĂ€ste aus Politik, Verwaltung, Vereinen und Feuerwehrwesen zusammen. Neben BĂŒrgermeisterin Alexandra Schacky, dem zweiten stellvertretenden Landrat Stefan Welberts und dem Landtagsabgeordneten Stephan Wolters konnte die Feuerwehr Kalkar mit Landesbranddirektor Thomas Deckers, dem Vorsitzenden des Verbandes der Feuerwehren NRW Christoph Schöneborn, dem stellvertretenden Bezirksbrandmeister Ronni Schoofs und Kreisbrandmeister AndrĂ© Jansen gleich mehrere hochrangige Vertreter des Feuerwehrwesens begrĂŒĂŸen. Ihre Anwesenheit unterstrich die besondere Bedeutung des DoppeljubilĂ€ums. Der offizielle Festakt wurde von Markus Leukers moderiert. Eine gemeinsame Botschaft zog sich durch die Festreden: Moderne Technik, leistungsfĂ€hige Fahrzeuge und zeitgemĂ€ĂŸe Ausstattung seien wichtig, doch vor allem die Menschen machten eine Freiwillige Feuerwehr aus. BĂŒrgermeisterin Alexandra Schacky wĂŒrdigte die Arbeit der Feuerwehr und die Bedeutung des Ehrenamtes fĂŒr die Stadt. Auch die Frage, wie viele EinsĂ€tze in den vergangenen 100 Jahren wohl zusammengekommen sind, machte deutlich, wie eng die Geschichte der Feuerwehr mit dem Leben der Stadt verbunden ist. Landesbranddirektor Thomas Deckers gratulierte den beiden Einheiten. Ein Jahrhundert Feuerwehrgeschichte stehe nicht nur fĂŒr Tradition, sondern auch fĂŒr Verantwortung und VerĂ€nderung. Eines sei jedoch immer gleich geblieben: Wenn Menschen Hilfe benötigten, seien die Feuerwehrleute zur Stelle. Das Rheinhochwasser von 1926, bei dem auch der Kalkarer Markt unter Wasser stand, verdeutliche, wie wichtig der Schutz der Bevölkerung schon damals gewesen sei. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Rede war die ĂŒberörtliche Verantwortung: In der Stadtwehr Kalkar ist bereits seit 2013 ein CBRN-Erkundungswagen stationiert, der Bestandteil des Messkonzeptes Nordrhein-Westfalen ist und auch landesweit eingesetzt werden kann. Bei aller technischen Entwicklung bleibe jedoch eine Ressource unverzichtbar: der Mensch. Der zweite stellvertretende Landrat Stefan Welberts betonte, das Engagement in einer Freiwilligen Feuerwehr gehe ĂŒber das hinaus, was man ĂŒblicherweise mit einem Ehrenamt verbinde. Aus Freizeit werde Verantwortung, denn wer sich freiwillig engagiere, mĂŒsse bereit sein, eigene PlĂ€ne zurĂŒckzustellen, wenn ein Alarm eingehe. Die beiden JubilĂ€en stĂŒnden fĂŒr "100 Jahre gelebte Verantwortung". Kreisbrandmeister AndrĂ© Jansen ergĂ€nzte, dass neben großen BrĂ€nden heute zahlreiche kleinere und sehr unterschiedliche Einsatzlagen zum Alltag gehörten. Eine besondere Herausforderung sei, dass Wohn- und Arbeitsorte der Feuerwehrangehörigen hĂ€ufig auseinanderlĂ€gen. Umso wichtiger werde die Zusammenarbeit ĂŒber Gemeindegrenzen hinweg. Stephan Wolters, Mitglied des Landtages, bezeichnete die Freiwillige Feuerwehr als wichtigen Teil des sozialen RĂŒckgrats der Gesellschaft. Gleichzeitig richtete er einen Wunsch an die EinsatzkrĂ€fte: Sie sollten von ihren EinsĂ€tzen gesund zurĂŒckkehren - nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Christoph Schöneborn, Vorsitzender des Verbandes der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen, blickte auf die Entwicklung des Feuerwehrwesens zurĂŒck. In 100 Jahren hĂ€tten sich die Aufgaben, die Ausbildung, der Übungsdienst sowie FĂŒhrung und Verwaltung deutlich verĂ€ndert. Dass Menschen ihrer Feuerwehr ĂŒber Jahrzehnte treu blieben, sei keineswegs selbstverstĂ€ndlich. In Nordrhein-Westfalen engagierten sich rund 165.000 Feuerwehrangehörige. 100 Jahre Löschgruppe Appeldorn - ein Funke, der bis heute brennt Maurice BĂŒcken nahm die GĂ€ste in seiner Festrede mit auf eine Reise durch ein Jahrhundert Feuerwehrgeschichte. Am Anfang stand ein kleiner Funke: MĂ€nner aus Appeldorn schlossen sich zusammen und grĂŒndeten eine Freiwillige Feuerwehr. Ein ausgemustertes Taxi diente als erstes Fahrzeug. Der Zweite Weltkrieg brachte schwere Verluste: Zwölf Kameraden starben und in den letzten Kriegstagen ging die komplette AusrĂŒstung verloren. Doch der Funke erlosch nicht. Ein von den Alliierten zur VerfĂŒgung gestellter Jeep musste zeitweise geschoben werden, weil er nicht mehr zuverlĂ€ssig funktionierte. Auch solche Geschichten zeigen, mit welchem Einfallsreichtum und welcher Beharrlichkeit die Kameraden ihre Aufgaben bewĂ€ltigten. 1962 wurden feste DienstplĂ€ne und regelmĂ€ĂŸige Übungsabende eingefĂŒhrt. Auch das Tambour Corps Appeldorn entstand aus der Kameradschaft heraus. Der Funke werde immer noch weitergegeben, von Vater zu Sohn, von Freund zu Freund oder von Nachbar zu Nachbar, heute auch in der Kinderfeuerwehr. Der Funke, der vor 100 Jahren entzĂŒndet wurde, brennt bis heute. 100 Jahre Löschzug Kalkar - eine Geschichte von Menschen und Zusammenhalt Johannes Fehlemann, der zuvor neun Jahre lang LöschzugfĂŒhrer des Löschzuges Kalkar war und inzwischen stellvertretender Leiter der Feuerwehr der Stadt Kalkar ist, richtete den Blick auf die Menschen hinter der Geschichte. In einem Jahrhundert hĂ€tten sich Namen, Fahrzeuge, AusrĂŒstung und Aufgaben immer wieder verĂ€ndert. Doch im Kern seien es die Menschen, die bereit seien, ihre Zeit fĂŒr andere einzusetzen und im entscheidenden Moment eigene Interessen zurĂŒckzustellen. Als sich 1926 junge MĂ€nner in Kalkar zusammenschlossen, hĂ€tten sie sich freiwillig engagiert und Verantwortung ĂŒbernommen.

presseportal.de, 18.10.26 12:09 Uhr
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