Rheinland-Pfalz, KriminalitÀt

Zugbegleiter tot: «Der Verlust wiegt unermesslich schwer»

08.02.2026 - 11:44:50

Ein Zugbegleiter wird bei einer Ticketkontrolle so massiv mit SchlÀgen traktiert, dass er stirbt. Jetzt meldet sich seine Familie.

Nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters bei Landstuhl in Rheinland-Pfalz hat die Familie darum gebeten, den vollen Namen von Serkan Çalar zu nennen. «Die Hinterbliebenen von Serkan Çalar trauern um ihn als einen Menschen, Familienvater, Sohn und Bruder, der fĂŒr seine Familie und sein Umfeld ein fester Anker war, warmherzig, freundlich, ruhig und zuverlĂ€ssig», teilten die AnwĂ€lte der Familie mit. Man habe am Donnerstag das Mandat von der Familie bekommen, sagte einer der AnwĂ€lte auf Anfrage.

Bahnmitarbeiter war verlobt und plante Hochzeit

Der 36-JĂ€hrige sei der Ă€lteste von fĂŒnf BrĂŒdern und alleinerziehender Vater von zwei Kindern gewesen. «Zudem war er aktuell verlobt und freute sich auf die gemeinsame Zukunft und die geplante Hochzeit mit seiner Verlobten. Der Verlust wiegt unermesslich schwer», teilten die AnwĂ€lte im Auftrag der Familie mit. 

Familie will spĂŒrbare Strafe

FĂŒr die Familie stĂŒnden nun zwei Interessen im Vordergrund. Zum einen die vollstĂ€ndige AufklĂ€rung der AblĂ€ufe und HintergrĂŒnde. «Nur die Wahrheit ermöglicht eine Verarbeitung und kann zur BewĂ€ltigung der Trauer
beitragen.» Außerdem mĂŒsse am Ende eine spĂŒrbare Strafe stehen, die auch eine abschreckende Wirkung entfaltet, damit anderen Familien nicht Ă€hnliches Leid passiert. 

Was fĂŒr ein Mensch war der Angreifer?

«Im Laufe des Verfahrens werden voraussichtlich sowohl der Tötungsvorsatz als auch mehrere in Betracht kommende Mordmerkmale zu prĂŒfen sein», teilten die AnwĂ€lte mit. Ein wichtiges Anliegen sei es, das Vorleben der Person umfangreich zu beleuchten, die zu dieser Tat in der Lage gewesen ist. «Daneben erscheint uns auch das vorherige Verhalten des TĂ€ters am Tattag von erheblicher Bedeutung, wofĂŒr - unter anderem und soweit 
verfĂŒgbar - Videomaterial von den Bahnhöfen, an denen sich der TĂ€ter aufgehalten hat, auszuwerten sein wird. 

Der 36 Jahre alte Bahnmitarbeiter war bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress von einem Reisenden ohne gĂŒltiges Ticket mit SchlĂ€gen gegen den Kopf attackiert worden. Er verlor das Bewusstsein und starb spĂ€ter in einer Klinik an einer Hirnblutung. Der Tat verdĂ€chtigt ist ein 26 Jahre alter Mann. Gegen ihn erging ein Haftbefehl wegen Totschlags.

@ dpa.de

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