Bei GroĂfahndung nach Raubkatze sollen Spurensucher helfen
21.07.2023 - 04:44:03Die Suche nach einer freilaufenden Raubkatze in Berlin und Brandenburg soll heute intensiviert werden. Professionelle Tierspurensucher werden den Wald durchforsten, wie der BĂŒrgermeister von Kleinmachnow, Michael Grubert (SPD), im RBBÂ ankĂŒndigte.
Unter anderem in seiner Gemeinde soll das Tier - mutmaĂlich eine Löwin - gesichtet worden sein. «Es kann nicht tagelang so weiter gehen», sagte Grubert mit Blick auf den GroĂeinsatz der Polizei.
Auch in der Nacht hatte die Polizei in Brandenburg und Berlin weiter gesucht. Im SĂŒden der Hauptstadt seien etwa 220 Polizistinnen und Polizisten in dem Bereich im Einsatz, wo es mögliche Sichtungen gab, sagte eine Sprecherin der Berliner Polizei. Beteiligt an der Suche seien VeterinĂ€rmediziner und der StadtjĂ€ger. Es sollten NachtsichtgerĂ€te und eine Nachtsichtdrohne eingesetzt werden. Der Einsatz konzentrierte sich auf den Bereich Zehlendorf, wo das Tier möglicherweise gesehen wurde.
Viele EinsatzkrÀfte vor Ort
«Wir beobachten die WĂ€lder, wir gehen aber nicht mehr in sie hinein», sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. «Unsere Kollegen bleiben in der Nacht weiter vor Ort im Einsatz und setzen morgen frĂŒh die Suche fort», twitterte die Berliner Polizei kurz vor Mitternacht. Rund 70 EinsatzkrĂ€fte sicherten weiterhin das betroffene Gebiet. Bei Tageslicht sollten dann auch wieder Drohnen fĂŒr die Suche eingesetzt werden, hieĂ es.
Parallel dazu setzte auch die Polizei in Brandenburg in der Nacht ihre Suche fort. In der Nacht seien mehrere Gruppen unterwegs, sagte ein Polizeisprecher am Abend. «Wir gehen jedem Hinweis nach.» Am Tag waren laut Polizei mehr als 100 Beamtinnen und Beamten im Einsatz.
Es seien immer wieder Hinweise von BĂŒrgern bei der Polizei und dem zustĂ€ndigen Ordnungsamt eingegangen, teilte die Polizei mit. Diese wĂŒrden systematisch geprĂŒft. «Bislang fĂŒhrte keiner der Hinweise zur Feststellung des gesuchten Wildtieres.»
Die Warnung erreichte die Bevölkerung sĂŒdlich von Berlin in der Nacht zum Donnerstag: Eine freilaufende Raubkatze soll in Kleinmachnow in Brandenburg gesichtet worden sein. Ein nur wenige Sekunden langes Handyvideo eines Zeugen zeigt ein Tier dort zwischen BĂŒschen und BĂ€umen umherschleichen. Das Video schĂ€tzen die Ermittlungsbehörden als echt ein. In der Nacht hĂ€tten auch Polizisten die Raubkatze «gesichert» gesehen, sagte eine Behördensprecherin.
Einwohnerinnen und Einwohner zu Wachsamkeit aufgerufen
Weitere mögliche Sichtungen gab es am Nachmittag und Abend auf Berliner Stadtgebiet, nahe der sĂŒdlichen Grenze zu Brandenburg. Die Berliner Polizei konzentrierte darum ihre Suche auf den Bereich in Zehlendorf rund um den langen Königsweg. Auch Potsdam rief Einwohnerinnen und Einwohner zu Wachsamkeit auf: «Augen auf! Potsdam ist nicht weit entfernt», teilte die Stadt auf Twitter mit.
ZunĂ€chst fehlte jedoch jede Spur: Weder Blut noch Kot oder PfotenabdrĂŒcke deuteten auf die PrĂ€senz des Tieres in der Region hin. Aus Sicht des VeterinĂ€rmediziners Achim Gruber von der Freien UniversitĂ€t Berlin bleiben nicht zuletzt deswegen Zweifel, ob es sich wirklich um eine Löwin handelt. «Ich halte es fĂŒr möglich, dass das eine Löwin ist, bin aber nicht davon ĂŒberzeugt», sagte Gruber im RBB-Spezial. Er setze auf die Jagdhunde, die nach dem Tier suchten. Wenn diese keine Spuren fĂ€nden, sei dies «ein starkes PuzzlestĂŒck» gegen die Hypothese, dass man es mit einer Löwin zu tun habe.
Und falls es tatsĂ€chlich eine Löwin ist, dann bleibt die Frage: Woher kommt sie? Aus den Zoos, Tierparks und Zirkussen dieser Region jedenfalls nicht, wie die Polizei in der Nacht herausfand. Dort vermisste niemand eine GroĂkatze. Private Halter sind laut BĂŒrgermeister Grubert in Kleinmachnow nicht bekannt.


