Brandenburg, Deutschland

Umweltministerin: Zusammenarbeit mit Polen zur Oder ist zÀh

06.06.2023 - 10:33:38

Letzten Sommer sorgte ein massenhaftes Fischsterben in der Oder fĂŒr BestĂŒrzung. Der Salzgehalt des Grenzflusses ist auch weiterhin zu hoch. Doch das sei nicht das einzige Problem, sagt die Umweltministerin.

  • Bundesumweltministerin Steffi Lemke spricht auf der Oder-Konferenz in Schwedt. - Foto: Patrick Pleul/dpa

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  • Blick von der polnischen Seite ĂŒber den deutsch-polnischen Grenzfluss Oder im Nationalpark Unteres Odertal. - Foto: Patrick Pleul/dpa

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Bundesumweltministerin Steffi Lemke spricht auf der Oder-Konferenz in Schwedt. - Foto: Patrick Pleul/dpaBlick von der polnischen Seite ĂŒber den deutsch-polnischen Grenzfluss Oder im Nationalpark Unteres Odertal. - Foto: Patrick Pleul/dpa

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (GrĂŒne) will den Druck auf Polen erhöhen, um die Oder besser zu schĂŒtzen und erneute FĂ€lle von massivem Fischsterben zu verhindern. Sie wolle das am Mittwoch in Polen mit ihrer Amtskollegin Anna Moskwa diskutieren. Polen mĂŒsse etwas gegen die Salzeinleitungen unternehmen, sagte Lemke am Dienstag im Inforadio des Senders RBB.

«Wir haben alle große Sorge und diese werden wir der polnischen Seite in aller Klarheit ĂŒbermitteln. Das wird morgen HauptgesprĂ€chsgegenstand mit Frau Moskwa sein. Die Zusammenarbeit ist teilweise schwierig, sie ist teilweise zĂ€h, weil es eben unterschiedliche Ansichten gibt.»

Lemke und die Umweltminister von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern beraten bei einer deutsch-polnischen Konferenz in Schwedt ĂŒber den Schutz des Ökosystems Oder, die Auswirkungen des Klimawandels und die Verschmutzung.

Steht ein erneutes Fischsterben bevor?

Lemke sagte weiter, aktuelle Messungen zeigten, dass der Salzgehalt in der Oder weiter zu hoch sei. «Und wir sehen ja, es wird wÀrmer, möglicherweise sinken auch die WasserstÀnde, so dass die Bedingungen erneut so wÀren, dass die Algen wachsen können» und es eine explosionsartige Vermehrung gebe. «Das ist wirklich etwas, das mich sehr, sehr besorgt macht.»

Die Ministerin fordert, dass die Salzeinleitungen auf polnischer Seite gestoppt oder mindestens deutlich reduziert werden. «Ich hoffe, dass mit dem gerade ins Parlament eingebrachten polnischen Gesetz fĂŒr den Schutz der Oder dafĂŒr hoffentlich die rechtlichen Grundlagen geschaffen worden sind oder werden», so Lemke. Es gebe nur diese «Stellschraube», da die Temperatur im Fluss nicht reguliert werden könne.

Im vergangenen Sommer war es in dem Grenzfluss, der durch drei Staaten fließt, zu einem massenhaften Fischsterben gekommen. Experten in Deutschland und Polen kamen zu dem Schluss, dass höchstwahrscheinlich die giftige Wirkung der AlgenblĂŒte den Tod der Fische verursacht hatte. Die Algen sollen sich auch wegen der Salzeinleitungen aus Polen besonders stark verbreitet haben.

Ein weiteres Problem sei der Ausbau der Oder, sagte Lemke. Ein deutsch-polnisches Regierungsabkommen von 2015 dazu mĂŒsse geprĂŒft werden, auch die vorgesehenen Baumaßnahmen auf deutscher Seite. «Und in Polen haben wir die Situation, dass ja dort sogar das Gericht einen Ausbaustopp verhĂ€ngt hat fĂŒr den Moment, der aber von den polnischen Behörden ignoriert wird, und das ist natĂŒrlich etwas, was mich mit großer Sorge und auch UnverstĂ€ndnis erfĂŒllt.»

@ dpa.de

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