Cyberangriff: Lange Wartezeiten bei Marathon-RĂŒckflĂŒgen
22.09.2025 - 12:06:46Am dritten Tag nach dem Cyberangriff hat der Berliner Flughafen weiter mit Problemen bei der Passagierabfertigung und GepĂ€ckaufgabe zu kĂ€mpfen. Erschwerend kam seit dem Morgen die RĂŒckreise Tausender LĂ€ufer vom Berlin-Marathon hinzu. Es gebe lange Warteschlangen der Passagiere beim Einchecken und der GepĂ€ckaufgabe sowie erhebliche VerspĂ€tungen vieler FlĂŒge, sagte ein Sprecher am Vormittag. Auch in London und BrĂŒssel waren die Probleme noch nicht behoben.Â
Weiterhin sei nicht klar, wann die Systeme repariert seien. Man stehe in engem Kontakt zu der amerikanischen IT-Firma, die Opfer des Cyberangriffs mit Schadsoftware geworden sei, sagte der Sprecher. Die externe Firma hatte am Sonntagabend angekĂŒndigt, man befinde sich in den letzten ZĂŒgen der nötigen Updates, die das System wieder voll funktionsfĂ€hig machten.Â
Immer mehr Angriffe mit SchadsoftwareÂ
Der Cyberangriff legte die gemeinsamen elektronischen Systeme fĂŒr die Abfertigung von Passagieren und GepĂ€ck lahm, die ĂŒber die Plattform des Anbieters Collins Aerospace liefen. Ransomware-Angriffe gehören seit Jahren zu den gröĂten Bedrohungen fĂŒr Firmen und öffentliche Einrichtungen. Besonders kritisch sind Attacken auf Infrastrukturen wie Transport, Energie oder Gesundheitssysteme, da sie fĂŒr die FunktionsfĂ€higkeit des Alltags unverzichtbar sind.
Vor Neustart der Systeme grĂŒndliche PrĂŒfung nötig
Der Berliner Flughafensprecher betonte, man versuche alles, was möglich sei, um die AblĂ€ufe zu organisieren. ZunĂ€chst sei nur ein Flug abgesagt worden. «Bevor wir unser System wieder koppeln, mĂŒssen wir hundertprozentig sicher sein, dass keine Schadprogramme mehr enthalten sind.» Zuvor werde es daher eine grĂŒndliche PrĂŒfung geben. Einen Zeitrahmen dafĂŒr könne man noch nicht mitteilen.Â
FluggĂ€ste wurden weiterhin gebeten, im Internet einzuchecken und ihr GepĂ€ck nach Möglichkeit selbststĂ€ndig an den Automaten aufzugeben. Auf der Internetseite des Flughafens war zu sehen, dass frĂŒhmorgens viele FlĂŒge ohne VerspĂ€tung gestartet waren. Dann kam es im Laufe des Vormittags aber immer wieder zu verspĂ€teten Starts. Meist lag die Verzögerung aber unter einer Stunde.Â
Wegen der Attacke meldeten die FlughĂ€fen Berlin, BrĂŒssel, Dublin und London Heathrow Probleme bei der Passagierabfertigung. Die anderen groĂen deutschen FlughĂ€fen waren nicht betroffen.Â
An den FlughĂ€fen hatte es daraufhin am Samstag und Sonntag Warteschlangen und VerspĂ€tungen bei einem Teil der FlĂŒge gegeben. Zum Teil arbeiteten die Fluglinien mit Papier und Stift statt mit den ĂŒblichen Computern. SpĂ€ter wurden Tablets eingesetzt. Koffer konnten ihren Besitzern erst am nĂ€chsten Tag nachgeschickt werden.Â
Mehr als zehntausend zusÀtzliche Passagiere wegen Marathon
Der Berliner Flughafen hatte bereits am Wochenende angekĂŒndigt, dass die RĂŒckflĂŒge der MarathonlĂ€ufer schwierig werden könnten: mit 95.000 Passagieren wĂŒrden viel mehr Menschen erwartet als an einem normalen Montag mit 75.000 bis 85.000.Â
Der Londoner GroĂflughafen Heathrow teilte mit, das Einchecken und der Einstieg in die Flugzeuge könne bei manchen FlĂŒgen lĂ€nger dauern als gewohnt. Passagiere wurden aufgerufen, den Status ihrer Verbindungen zu prĂŒfen, bevor sie zum Flughafen fahren. Der gröĂte Teil der FlĂŒge in Heathrow könne dank Ersatzlösungen durch die Fluggesellschaften aber planmĂ€Ăig durchgefĂŒhrt werden.Â
Der Flughafen in BrĂŒssel teilte auf dpa-Anfrage mit, die meisten Flugverbindungen könnten stattfinden. Allerdings mussten 40 der 277 geplanten AbflĂŒge gestrichen werden. Zudem wurden 23 von 277 AnkĂŒnften annulliert. Der Check-In erfolge nun hauptsĂ€chlich mit Laptops und iPads. Wann man wieder zum normalen Verfahren zurĂŒckkehren könne, sei noch unklar.


