CBAM-Reform: EU-Ausschuss weitet CO2-Grenzausgleich ab 2028
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 10:56 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der zuständige Umweltausschuss (ENVI) hatte zuvor weitreichende Anpassungen unterstützt.
Umweltausschuss will Mechanismus ausweiten
Der ENVI-Ausschuss sprach sich für eine Erweiterung des CBAM auf rund 180 nachgelagerte Stahl- und Aluminiumerzeugnisse aus. Ab 2028 sollen Produkte wie Befestigungselemente, Drähte, Federn und bestimmte Haushaltsartikel erfasst werden. Ziel: Die Umgehung der CO2-Abgabe durch verarbeitete Güter erschweren.
Parallel dazu plant der Ausschuss einen temporären Dekarbonisierungsfonds (TDF). Von 2027 bis 2029 soll er die Industrie beim Übergang zu klimafreundlicher Produktion unterstützen. Branchenverbände wie Eurofer begrüßten die Ausnahme von vorverarbeitetem Stahlschrott und die Stärkung der Zertifizierungsverfahren.
Notfallklausel gestrichen – Gutschriften abgelehnt
Eine wesentliche Änderung: Der Wegfall von Artikel 27a. Diese Notbremse hätte erlaubt, Waren bei schweren Marktstörungen vorübergehend aus dem CBAM herauszunehmen. Agrarverbände kritisieren die Entscheidung – bei Düngemitteln drohen nun steigende Kosten ohne Absicherung. Die endgültige Entscheidung fällt voraussichtlich im September im Plenum.
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Der Ausschuss lehnte zudem die Anrechnung internationaler Emissionsgutschriften nach Artikel 6 des Pariser Klimaabkommens ab. Auch Ausnahmen für Kleinsendungen sollen durch einen gewichtsbasierten Schwellenwert ersetzt werden.
Preise leicht rückläufig – Elektrifizierungsstrategie kommt
Die wirtschaftliche Relevanz zeigt der aktuelle Preis für CBAM-Zertifikate: Für das zweite Quartal 2026 liegt er bei 75,28 Euro pro Tonne – ein minimaler Rückgang zum Vorquartal.
Parallel zu den CBAM-Verhandlungen plant die EU-Kommission eine umfassende Elektrifizierungsstrategie. Einem internen Entwurf zufolge sollen EU-weite Ziele festgelegt werden, um den Stromanteil in Verkehr, Gebäuden und Industrie zu erhöhen. Aktuell liegt er bei 23 Prozent des Endenergieverbrauchs. Die Pläne sollen zusammen mit der ETS-Reform vorgestellt werden.
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Das Parlament entscheidet im September über sein Mandat für die Verhandlungen mit dem Rat. Bleibt abzuwarten, ob der von den Sozialdemokraten geforderte CBAM-Pfad Bestand hat oder die Erweiterungsvorschläge des Umweltausschusses übernommen werden.
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