Industrieemissionen: Bundestag verpflichtet Betriebe zu Umweltmanagementsystemen
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 10:56 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Gleich mehrere Projekte in Europa und Japan markieren den Übergang zur großindustriellen Anwendung.
Rekordanlage in Mergelstetten
Am 9. Juli 2026 ging in Mergelstetten die weltweit erste industrielle Demonstrationsanlage für Pure-Oxyfuel-Technologie in Betrieb. Das Verfahren nutzt reinen Sauerstoff statt Luft im Drehofen. So lässt sich CO2 in Lebensmittelqualität abscheiden – eine nahezu emissionsfreie Zementproduktion wird möglich. Das CI4C-Konsortium investierte rund 130 Millionen Euro. Staatliche Fördergelder flossen keine.
Japan setzt auf Wasserstoff
Der Lackieranlagenhersteller Trinity Industrial unterstützt seine Kunden bei der Emissionsreduzierung. Das Unternehmen aus Toyota City senkte die eigenen CO2-Emissionen bis März 2025 bereits um 42,8 Prozent gegenüber 2014. Bis 2031 sollen es 53 Prozent sein.
Die Tanaka Kikinzoku Gruppe ging einen Schritt weiter. Anfang Juli nahm sie in ihrem Werk in Shonan eine der größten reinen Wasserstoff-Brennstoffzellen-Anlagen Japans in Betrieb. Die 500-Kilowatt-Anlage deckt rund ein Drittel des Strombedarfs des Werks. Der CO2-Ausstoß am Standort sinkt um etwa 26 Prozent.
Wasserstoff-Infrastruktur wächst
Im Energiepark Bad Lauchstädt hat eine Gasaufbereitungsanlage die Dichtheitsprüfungen bestanden. Sie bereitet Wasserstoff aus einem 30-Megawatt-Elektrolyseur auf einen Reinheitsgrad von 99,97 Prozent auf. Die erste Produktion startet noch 2026.
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In Österreich planen die Wolfram Bergbau und Hütten AG sowie die Energie Steiermark eine Kooperation für grünen Wasserstoff. Noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten an einer Pipeline beginnen.
Neues Verfahren für Chemiegrundstoffe
Das EU-Projekt React arbeitet seit dem Frühjahr an der klimaneutralen Herstellung von Ethylen. 13 Partner entwickeln unter der Koordination des norwegischen Instituts Sintef ein elektrochemisches Verfahren. Es gewinnt den Grundstoff direkt aus industriellen CO2-Emissionen. Die Laufzeit: bis April 2030.
In Frankreich setzen Nuada und IDEX auf Biomasse. An einem Kraftwerk in Hauts-de-France entsteht eine Anlage, die jährlich bis zu 10.000 Tonnen biogenes CO2 abscheiden soll. Das Gas ist für die Lebensmittelindustrie und die dauerhafte Speicherung vorgesehen.
Neue Regeln für die Industrie
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Der Deutsche Bundestag verabschiedete am 9. Juli 2026 das Gesetz zur Umsetzung der geänderten EU-Industrieemissionsrichtlinie. Betreiber müssen bis 2030 umfassende Umweltmanagementsysteme einführen.
Der Stahlsektor reagiert mit strukturellen Veränderungen. Die Salzgitter AG übernahm am 9. Juli das HKM-Werk in Duisburg vollständig. Geplant: eine Reduzierung der Belegschaft bis Ende 2028 und Investitionen in Elektrolichtbogenöfen. Ziel ist eine Senkung der CO2-Emissionen am Standort um 90 Prozent.
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