BeschÀftigung in der Autobranche fÀllt auf Tief seit 2011
20.11.2025 - 09:27:22Die anhaltende Wirtschaftskrise kostet Zehntausende BeschĂ€ftigte in der deutschen Industrie den Job. Allein in der kriselnden Autobranche arbeiteten zum Ende des dritten Quartals gut 48.700 weniger Menschen als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.Â
Das sei ein RĂŒckgang von 6,3 Prozent â so hoch wie in keiner anderen groĂen Industriebranche mit mehr als 200.000 BeschĂ€ftigten. Mit 721.400 Menschen habe die BeschĂ€ftigung in der Autoindustrie einen Tiefstand seit Mitte 2011 erreicht. Dabei waren Zulieferer deutlich stĂ€rker vom Jobabbau betroffen als Autohersteller.Â
120.000 Jobs in der Industrie verloren
In der gesamten Industrie waren zum Ende des dritten Quartals rund 5,43 Millionen Menschen beschĂ€ftigt â ein RĂŒckgang von 120.300 oder 2,2 Prozent in einem Jahr. Die einzige groĂe Industriebranche mit BeschĂ€ftigungswachstum war demnach die Nahrungsmittelindustrie mit einem Plus von 1,8 Prozent auf 510.500 Menschen.
Die Daten zeigten, wo die Krisenherde in der deutschen Industrie liegen, sagte Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts fĂŒr Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Insgesamt sei der BeschĂ€ftigungsabbau gemessen am RĂŒckgang von Produktion und AuftrĂ€gen aber moderat. «Es ist noch nicht zu spĂ€t, den GroĂteil der Jobs in der Industrie zu retten.»
Stellenabbau in vielen Branchen
Auch in anderen Industriezweigen gingen viele Stellen verloren, wie die Statistiker berichteten. Im Maschinenbau sank die BeschĂ€ftigung zum Ende des dritten Quartals um 2,2 Prozent auf rund 934.200 Menschen. In der Chemie gab es binnen eines Jahres einen leichten RĂŒckgang um 1,2 Prozent auf 323.600 Menschen und bei der Herstellung von elektrischer AusrĂŒstung um 0,4 Prozent auf 387.500.
Besonders stark fiel der Stellenabbau in der Metallerzeugung und -bearbeitung mit minus 5,4 Prozent aus sowie in der Herstellung von DatenverarbeitungsgerĂ€ten, elektronischen und optischen Erzeugnissen mit 3,0 Prozent.Â
Deutschland brauche angesichts der aggressiven Wirtschaftspolitik der USA und von China eine ganzheitliche Industriepolitik, sagt Ăkonom Dullien. «Deutschland sollte die EU dazu anregen, selber SchlĂŒsselbranchen zu definieren und den Binnenmarkt zu nutzen, um europĂ€ische Produktion in diesen Branchen zu fördern.»


