ROUNDUP, Donald

Donald Trump ist zurĂŒck an der Macht

20.01.2025 - 18:27:18

Donald Trump ist zurĂŒck an der Macht. Der Republikaner wurde in einer feierlichen Zeremonie in Washington als 47.

PrĂ€sident der Vereinigten Staaten vereidigt. Der 78-JĂ€hrige legte in der Kuppelhalle des US-Kapitols in Washington den Amtseid ab. Die USA und die Welt mĂŒssen sich nun auf vier unruhige und chaotische Regierungsjahre unter Trump einstellen.

Eine AmtseinfĂŒhrung der besonderen Art

Wegen eisiger KĂ€lte in der US-Hauptstadt war die AmtseinfĂŒhrung kurzfristig ins Innere des ParlamentsgebĂ€udes verlegt worden. Üblicherweise werden US-PrĂ€sidenten draußen an der Westseite des Kapitols vereidigt - vor imposanter Kulisse und bejubelt von großen Menschenmassen auf der angrenzenden Promenade, der National Mall.

Dass die Vereidigung wegen eisiger Temperaturen drinnen abgehalten wurde, war zuletzt vor 40 Jahren passiert: bei der zweiten AmtseinfĂŒhrung des Republikaners Ronald Reagan 1985. Auch die traditionelle PrĂ€sidentenparade nach Trumps Vereidigung, die ĂŒblicherweise vom Kapitol zum Weißen Haus fĂŒhrt, wurde nach drinnen verlegt: in eine Sportarena im Zentrum Washingtons.

Vor Trump legte der Republikaner J.D. Vance seinen Amtseid als VizeprĂ€sident ab. Trump hatte am Morgen gemeinsam mit seiner Frau Melania zunĂ€chst an einem Gottesdienst teilgenommen und war anschließend von seinem demokratischen AmtsvorgĂ€nger Joe Biden und dessen Ehefrau Jill im Weißen Haus zum Tee empfangen worden. Das ist Tradition. Trump selbst war von derlei protokollarischen BrĂ€uchen abgerĂŒckt und hatte 2021 - damals als scheidender PrĂ€sident - nicht an Bidens AmtseinfĂŒhrung teilgenommen.

Eine radikale Agenda fĂŒr Runde zwei

Trumps erste Amtszeit von 2017 bis 2021 war insgesamt geprĂ€gt von Chaos und Skandalen gewesen. Er brach mit zahllosen politischen Konventionen, stellte jahrzehntealte BĂŒndnisse infrage und sorgte fĂŒr diverse internationale Verwerfungen. Auch innenpolitisch verfolgte der Republikaner eine radikale Agenda, etwa in der Migrationspolitik oder mit einem isolationistischen "America First"-Kurs. Auch Trumps zweite Amtszeit verspricht innen- wie außenpolitisch eine Politik der Extreme.

Er plant die "grĂ¶ĂŸte Abschiebeaktion in der amerikanischen Geschichte", um im großen Stil Migranten aus dem Land zu jagen. Er hat angekĂŒndigt, StraftĂ€ter der Kapitol-Attacke zu begnadigen, im Staatsapparat aufzurĂ€umen und sich an politischen Gegnern zu rĂ€chen. Der Republikaner kokettierte im Wahlkampf damit, "Diktator" wolle er nur am ersten Tag einer zweiten Amtszeit sein, und tatsĂ€chlich könnten die USA unter ihm autokratische ZĂŒge bekommen. Er hat Gegnern, Journalisten und MedienhĂ€usern vielfach mit Vergeltung gedroht und sprach sich sogar dafĂŒr aus, das MilitĂ€r gegen "Feinde im Innern" einzusetzen.

Biden sprach aus diesem Grund in letzter Minute vor seinem Abschied aus dem Weißen Haus prĂ€ventive Begnadigungen aus - unter anderem fĂŒr mehrere hochrangige Demokraten, die den Sturm auf das US-Kapitol und Trumps Rolle dabei im Parlament aufgearbeitet hatten. Biden hat sie durch seinen Schritt vorab vor möglicher Strafverfolgung durch die Trump-Regierung geschĂŒtzt.

International hat Trump unter anderem damit gedroht, Strafzölle gegen Waren aus verschiedenen anderen Staaten zu verhĂ€ngen, die gewaltigen US-MilitĂ€rhilfen fĂŒr die Ukraine dramatisch zurĂŒckzufahren oder ganz einzustellen und anderen Nato-Staaten im Falle eines Angriffs den militĂ€rischen Beistand zu verweigern, falls sie ihre Verteidigungsausgaben nicht deutlich erhöhen.

Trump, der Geschichtsschreiber

In den USA kann jemand zwei Amtszeiten lang PrĂ€sident sein, egal ob diese aufeinanderfolgen oder nicht. Es gab in der US-Geschichte vor Trump nur einen PrĂ€sidenten, der nach Unterbrechung ein zweites Mal zurĂŒck ins Weiße Haus gewĂ€hlt wurde: Grover Cleveland - im 19. Jahrhundert.

Trumps RĂŒckkehr an die Macht - unzĂ€hligen Eklats, Skandalen und TabubrĂŒchen zum Trotz - ist dabei einmalig. Mit Trump rĂŒckt zum ersten Mal in der US-Geschichte ein verurteilter StraftĂ€ter auf das höchste Staatsamt auf. Er wurde als erster Ex-PrĂ€sident der USA in mehreren Strafverfahren angeklagt - und in einem auch verurteilt.

Trump hatte sich bereits in seiner ersten Amtszeit einen Eintrag in den GeschichtsbĂŒchern gesichert: als erster US-PrĂ€sident, gegen den wĂ€hrend seiner Regierungszeit gleich zwei Amtsenthebungsverfahren im Kongress eingeleitet wurden.

Schatten der Vergangenheit

Der Republikaner hatte außerdem auf dĂŒstere Weise Geschichte geschrieben, indem er seine Niederlage gegen Biden bei der PrĂ€sidentschaftswahl 2020 nie einrĂ€umte, sondern damals mit allen Mitteln versuchte, den Wahlausgang umzukehren und seinen Auszug aus dem Weißen Haus abzuwenden. Sein Feldzug gegen den Wahlausgang gipfelte damals in einem beispiellosen Angriff auf die US-Demokratie, als Trump-AnhĂ€nger am 6. Januar 2021 gewaltsam das Kapitol stĂŒrmten und unter anderem in die Kuppelhalle des KongressgebĂ€udes eindrangen- eben dort, wo Trump nun vereidigt wurde. Die brutale Attacke, inderen Folge mehrere Menschen ums Leben kamen, wirkt bis heute nach.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Deutschland und Singapur wollen Partnerschaft vertiefen Angesichts der Machtpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump wollen Deutschland und Singapur ihren gemeinsamen Einsatz fĂŒr eine auf Regeln basierende internationale Zusammenarbeit verstĂ€rken. (Boerse, 02.02.2026 - 06:34) weiterlesen...

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 30.01.2026 - 17.30 Uhr Trump nominiert Kevin Warsh als neuen Fed-ChefWASHINGTON - US-PrĂ€sident Donald Trump hat den frĂŒheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger fĂŒr US-Notenbank-Chef Jerome Powell vorgeschlagen. (Boerse, 30.01.2026 - 17:35) weiterlesen...

Angriffspause fĂŒr das kalte Kiew? Kreml folgt Trumps Bitte Russland hat auf Bitten von US-PrĂ€sident Donald Trump eine begrenzte und befristete Waffenruhe in der Ukraine bekanntgegeben. (Boerse, 30.01.2026 - 16:57) weiterlesen...

Trump nominiert Kevin Warsh als neuen Fed-Chef WASHINGTON - US-PrĂ€sident Donald Trump hat den frĂŒheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger fĂŒr US-Notenbank-Chef Jerome Powell vorgeschlagen. (Boerse, 30.01.2026 - 14:19) weiterlesen...

Kreml stimmt begrenzter Waffenruhe bis Sonntag zu Russland hat nach Angaben des Kremls der Bitte von US-PrÀsident Donald Trump um eine begrenzte Waffenruhe in der Ukraine bis Sonntag zugestimmt. (Boerse, 30.01.2026 - 13:51) weiterlesen...

Trump nominiert Kevin Warsh als neuen Fed-Chef US-PrĂ€sident Donald Trump hat den frĂŒheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger fĂŒr US-Notenbank-Chef Jerome Powell vorgeschlagen. (Boerse, 30.01.2026 - 13:34) weiterlesen...