Green Bonds: TenneT platziert 3,5-Mrd-Rekord unter neuer EU-Regel
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 23:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das Unternehmen platzierte Anfang Juli grüne Senior-Anleihen über 3,5 Milliarden Euro – die bislang größte Emission unter der neuen EU-Green-Bond-Verordnung (EuGB).
Investoren reißen sich um die Papiere
Die Nachfrage übertraf das Angebot deutlich. Das Orderbuch war zum Emissionszeitpunkt 6,3-fach überzeichnet. TenneT teilte die Anleihe in vier Tranchen auf, um unterschiedliche Laufzeitpräferenzen abzudecken:
- Vier Jahre Laufzeit mit 3,25 Prozent Kupon
- Acht Jahre Laufzeit mit 3,625 Prozent Kupon
- Zwölf Jahre Laufzeit mit 4,125 Prozent Kupon
- 20 Jahre Laufzeit mit 4,625 Prozent Kupon
Die Wertpapiere sollen an der Luxemburger Börse im Segment LGX notiert werden. Das Geld fließt direkt in den Netzausbau: Bis 2030 plant TenneT Investitionen von rund 67 Milliarden Euro.
CFO Dr. Markus Binder sprach von einem „bedeutenden Meilenstein" für den eigenständigen Kapitalmarktzugang. Die Emission strukturierten mehrere Bankhäuser – darunter BNP Paribas, Commerzbank, Deutsche Bank, Goldman Sachs, LBBW und ING als Sole Sustainability Structurer.
Auch RWE und Immobilienfirmen setzen auf grüne Bonds
Der TenneT-Rekord zeigt: Die neue EU-Green-Bond-Verordnung verlangt klare Nachweise – von der Mittelverwendung bis zur Berichterstattung. Wer selbst grüne Anleihen emittieren will, braucht jetzt eine Compliance-Checkliste. Dieser kostenlose Report fasst die wichtigsten Anforderungen zusammen – von ESRS 2.0 bis zum Greenwashing-Verbot. Jetzt Compliance-Report anfordern
Die Nachfrage nach nachhaltigen Anleihen bleibt hoch. Energiekonzern RWE emittierte Ende Juni einen Green Bond über 1,5 Milliarden Euro. Die Mittel dienen unter anderem der Aufstockung der Anteile am Netzbetreiber Amprion – ein Volumen von rund 3,6 Milliarden Euro.
Im Immobiliensektor zog die MLP Group S.A. nach. Das Unternehmen führte am 8. Juli eine Tap-Emission von Senior Green Notes über 100 Millionen Euro durch. Das Gesamtvolumen dieser Serie steigt damit auf 400 Millionen Euro. Die Erlöse fließen in grüne Projekte in Deutschland, Österreich und Polen – darunter Logistik- und Gewerbeparks in München, Hamburg und Wien.
Bereits Ende Juni hatte CA Immo einen Green Bond über 300 Millionen Euro mit drei Jahren Laufzeit begeben.
EU plant Entlastung bei Berichtspflichten
Greenwashing-Risiko steigt: Ab September 2026 verbietet Deutschland irreführende Umweltversprechen. Wer heute eine grüne Anleihe plant, muss die neuen EU-Standards von Anfang an erfüllen. Unser Leitfaden zeigt in 5 Schritten, wie Sie Ihre Emission Greenwashing-sicher strukturieren – inklusive Prüfliste für die EuGB-Verordnung. Greenwashing-sichere Anleihe – Leitfaden anfordern
Die Marktentwicklungen bekommen regulatorische Unterstützung. Die EU-Kommission legte Anfang Juli das Omnibus-I-Paket vor. Es sieht deutliche Erleichterungen bei Nachhaltigkeitsberichten vor. Mit dem Standard ESRS 2.0 sollen die Pflichtangaben ab 2027 um bis zu 60 Prozent sinken. Die Berichtskosten für Unternehmen sollen um über 30 Prozent fallen.
Gleichzeitig verschärft sich die Kontrolle gegen Greenwashing. In Deutschland tritt am 27. September 2026 ein spezifisches Verbot irreführender Umweltversprechen in Kraft. Schon am 12. August startet die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) – sie stellt weitere Anforderungen an Nachhaltigkeitsstrategien.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
