Deutschland, Klima

Gemeindebund warnt vor Scheitern der WĂ€rmewende

28.05.2023 - 03:41:54

«Gut gemeint, aber schlecht gemacht»: Der GeschĂ€ftfĂŒhrer des StĂ€dte- und Gemeindebunds plĂ€diert fĂŒr weniger Hektik und mehr RealitĂ€tssinn. Die GebĂ€ude der Kommunen mĂŒssten zudem in den Fokus rĂŒcken.

Der Deutsche StĂ€dte- und Gemeindebund hat vor einem Scheitern der Energie- und WĂ€rmewende gewarnt. Die Politik mĂŒsse insbesondere bei der WĂ€rmewende mit weniger Hektik und mehr RealitĂ€tssinn agieren, sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

«Das geplante GebĂ€udeenergiegesetz ist gut gemeint, aber schlecht gemacht», fĂŒhrte er fort. Die Menschen hĂ€tten Angst um ihre Immobilien, fĂŒhlten sich drangsaliert und befĂŒrchteten, die geforderten Umstellungen nicht finanzieren zu können. «Statt Klimalust entsteht Klimafrust - und damit die Gefahr, die notwendige Akzeptanz der Bevölkerung zu verlieren.»

Landsberg forderte, es mĂŒssten die möglichen Leistungen von Kommunen mit ihren 180.000 GebĂ€uden - etwa Schulen, Kitas, Sporthallen und RathĂ€user - bei der WĂ€rmewende mehr gewichtet werden. Â«Ăœber 165.000 Liegenschaften werden derzeit noch mit Gas oder Öl beheizt», sagte er. «Wer hier ansetzt, erreicht in kurzer Zeit viel fĂŒr das Klima.»

Habeck will Gesetz ĂŒberarbeiten

Dass Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) beim Heizungsgesetz inzwischen Kompromissbereitschaft signalisiere, bezeichnete Landsberg als gutes Zeichen. An einer grundlegenden Überarbeitung werde allerdings kein Weg vorbeifĂŒhren.

Habeck hatte nach heftigem Streit in der Ampel-Koalition in Aussicht gestellt, die PlĂ€ne fĂŒr einen Umstieg auf Heizungen mit erneuerbaren Energien an einigen Punkten zu ĂŒberarbeiten. «Ich will das Gesetz besser machen», sagte er den Funke-Zeitungen. FĂŒr diesen Dienstag ist demnach ein Treffen Habecks mit Abgeordneten der Fraktionen von SPD, GrĂŒne und FDP geplant.

Die bisherigen GesetzesplĂ€ne zielen darauf, dass vom nĂ€chsten Jahr an jede neueingebaute Heizung zu mindestens 65 Prozent mit Öko-Energie betrieben werden muss. Alternativ kann auch auf klimaneutral erzeugte WĂ€rme aus einem WĂ€rmenetz umgestellt werden.

@ dpa.de

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