Rechenzentren-Norm: Kabinett beschließt PUE-Wert 1,2 ab sofort
30.06.2026 - 02:40:23 | boerse-global.de
Die Hitzewelle im Juni 2026 mit Temperaturen bis 41,5 Grad in Ostdeutschland hat die Debatte um Brandschutz und technische Normen neu entfacht. Feuerwehren sind bundesweit im Dauereinsatz. Gleichzeitig drängen Löschroboter und neue Regeln für Gebäude und Rechenzentren auf den Markt.
Wenn Serverräume kochen
Die extreme Hitze setzt der IT-Infrastruktur massiv zu. Klimaanlagen in Serverräumen stoßen bei Außentemperaturen über 40 Grad schnell an ihre Grenzen. Die Folge: steigendes Brandrisiko durch Überhitzung. Experten setzen daher verstärkt auf Brandfrüherkennungssysteme wie Ansaugrauchmelder.
Für Unternehmen werden bauliche Maßnahmen zur Pflicht. Sicherheitszellen nach EN 1047-2 und die Einhaltung der EN 50600 für Rechenzentren sollen kritische Daten auch unter Extrembedingungen schützen. Hinzu kommt die Novelle des Energieeffizienzgesetzes vom 24. Juni. Das Bundeskabinett beschloss neue Vorgaben für Rechenzentren – unter anderem einen PUE-Wert von 1,2.
Holzhochhäuser: Brandschutz neu gedacht
Das zirkuläre Bauen mit Holz stellt die Branche vor besondere Herausforderungen. Projekte wie die geplanten Holzwohnhochhäuser in Wolfsburg müssen die Feuerwiderstandsklasse F90 erreichen. Die Lösung: Sprühnebelanlagen kombiniert mit Erschließungskernen aus Stahlbeton.
Die Kunst liegt darin, Rückbaubarkeit und Sicherheit unter einen Hut zu bekommen. X-Fix-Verbinder für Brettsperrholz und Materialkataster wie Madaster dokumentieren, was verbaut wurde. So lassen sich die Materialien später wiederverwenden – ohne die strengen Brandschutzvorgaben zu verletzen.
Löschroboter gegen Glutnester
Der Markt für Sicherheitstechnik boomt. Funkendetektoren – essenziell für die industrielle Brandprävention – sollen 2026 ein Volumen von 188,91 Millionen US-Dollar erreichen. Bis 2032 prognostizieren Analysten einen Anstieg auf über 283 Millionen US-Dollar. Führend sind Unternehmen wie FLAMEX, Fagus-GreCon und IFE Industriefilter.
Moderne Technik allein reicht nicht aus, wenn die grundlegende Risikoanalyse im Betrieb lückenhaft ist. Diese kostenlose Excel-Vorlage unterstützt Sicherheitsfachkräfte dabei, eine rechtssichere Gefährdungsbeurteilung im Brandschutz inklusive Risikomatrix und Maßnahmenplan zu erstellen. Gefährdungsbeurteilung als bearbeitbare Excel-Datei gratis herunterladen
In der aktiven Brandbekämpfung macht ein neuer Hightech-Helfer von sich reden. Ende Juni kam am Rotenfels ein Löschroboter aus Niedersachsen zum Einsatz. Die Maschine hält Temperaturen bis 1000 Grad Celsius aus. Ihr Vorteil: Sie kann Glutnester in munitionsbelasteten Gebieten erkunden und bekämpfen – ohne Menschen in Gefahr zu bringen.
Streit ums Gesetz
Die rechtlichen Rahmenbedingungen bleiben umkämpft. Ein Gutachten der Kanzlei Freshfields im Auftrag von Enpal kritisiert das Gebäudemodernisierungsgesetz von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche als verfassungswidrig. Das Ministerium weist die Vorwürfe zurück und betont die EU-Konformität.
Neben technischen Innovationen bleibt die präzise Dokumentation der Sicherheitsvorkehrungen für die rechtliche Absicherung von Unternehmen entscheidend. Mit dieser bewährten Word-Mustervorlage erstellen Sie Ihren gesetzlich vorgeschriebenen Alarmplan in wenigen Minuten. Kostenlose Alarmplan-Vorlage für Ihren Betrieb sichern
Für Sicherheitsverantwortliche heißt es: am Ball bleiben. Seit Juni gibt es ein neues zweibändiges Standardwerk für Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinatoren. Es enthält unter anderem einen technischen Gefährdungsatlas. Die Berufsgenossenschaft BGHM bietet zudem regelmäßig Grundlagenseminare an – etwa am 1. Juli in Saarbrücken. Die Kosten für solche Pflichtfortbildungen müssen Arbeitgeber tragen.
