Deutschland, Verkehr

Mit Auto, Rad oder zu Fuß: So bewegt sich Deutschland

21.11.2025 - 16:29:50

Welche Verkehrsmittel nutzen BĂŒrgerinnen und BĂŒrger am hĂ€ufigsten, welche Trends gibt es? Darum geht es in einer großen MobilitĂ€ts-Studie.

  • Autos stehen immer mehr rum. - Foto: Sebastian Gollnow/dpa

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  • Das Deutschlandticket zeigt Wirkung. - Foto: Christoph Soeder/dpa/dpa-tmn

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  • Eine Fahrt ĂŒber die Autobahn - nicht fĂŒr jeden erstrebenswert. (Illustration) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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  • Auf dem Land sind viele auf das Auto angewiesen. (Illustration) - Foto: Patrick Pleul/dpa

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  • Fußverkehr gewinnt an Bedeutung. (Illustration) - Foto: Michael Brandt/dpa

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  • Das E-Auto hat bei der Nutzung zum Verbrenner aufgeholt - Foto: Jan Woitas/dpa

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  • Welche SchlĂŒsse zieht der Minister? - Foto: Fabian Sommer/dpa

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Autos stehen immer mehr rum. - Foto: Sebastian Gollnow/dpaDas Deutschlandticket zeigt Wirkung. - Foto: Christoph Soeder/dpa/dpa-tmnEine Fahrt ĂŒber die Autobahn - nicht fĂŒr jeden erstrebenswert. (Illustration) - Foto: Julian Stratenschulte/dpaAuf dem Land sind viele auf das Auto angewiesen. (Illustration) - Foto: Patrick Pleul/dpaFußverkehr gewinnt an Bedeutung. (Illustration) - Foto: Michael Brandt/dpaDas E-Auto hat bei der Nutzung zum Verbrenner aufgeholt - Foto: Jan Woitas/dpaWelche SchlĂŒsse zieht der Minister? - Foto: Fabian Sommer/dpa

84 Minuten - so lang ist jeder von uns im Durchschnitt pro Tag unterwegs: am lĂ€ngsten freitags, am kĂŒrzesten sonntags, im Sommer öfter und im Winter weniger. Aber mit welchen Verkehrsmitteln kommt man von A nach B und welche VerĂ€nderungen gibt es? Antworten darauf gibt eine große MobilitĂ€tsstudie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums. Zentrale Ergebnisse: Die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger gehen hĂ€ufiger zu Fuß und fahren lĂ€nger mit dem Rad. Im Nahverkehr wirkt das Deutschlandticket. Das Auto steht hĂ€ufiger rum - bleibt vor allem auf dem Land aber unverzichtbar. 

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sagte, die Studie sei eine wichtige Entscheidungsgrundlage auf dem Weg in eine «attraktive MobilitĂ€t» der Zukunft. Er betonte, die Bundesregierung wolle MobilitĂ€t in Stadt und Land «nach den BedĂŒrfnissen» der Menschen ermöglichen. 

  

Anteile der Verkehrsmittel 

Einer der wichtigsten Kennwerte der Studie «MobilitĂ€t in Deutschland 2023» (MiD) ist der «Modal Split». Er drĂŒckt die prozentualen Anteile der Verkehrsmittel am gesamten Verkehrsaufkommen und damit an allen zurĂŒckgelegten Wegen aus. Auch wenn Verkehr durch Routinen geprĂ€gt sei, wie es in der Studie heißt: Es gibt VerĂ€nderungen. Der Autoverkehr bleibt zwar mit Abstand das zentrale Verkehrsmittel, der Anteil liegt bei 53 Prozent aller Wege. Das betrifft Fahrer und Mitfahrende. Aber der Anteil sinkt im Vergleich zur MiD-Studie 2017 um vier Prozentpunkte. 

Der Anteil des Fahrrads liegt stabil bei bundesweit 11 Prozent - wobei davon inzwischen gut 2 Prozentpunkte auf das E-Bike entfallen. Der öffentliche Verkehr geht leicht rauf auf 11 Prozent. Gewinner ist der Fußverkehr: Der Anteil ausschließlich zu Fuß zurĂŒckgelegter Wege wĂ€chst deutlich von 22 Prozent im Jahr 2017 auf 26 Prozent sechs Jahre spĂ€ter.

Bei den gefahrenen Kilometern ist der Anteil des Autoverkehrs mit 73 Prozent deutlich höher, weil vor allem lĂ€ngere Strecken mit dem Auto gefahren werden. Es folgt der öffentliche Verkehr - also vor allem Busse und Bahnen - mit einem knappen FĂŒnftel, danach kommen das Fahrrad und reine Fußwege. 

Autos stehen hÀufiger rum

Der Anteil der Haushalte ohne Auto ist der Studie zufolge auf knapp unter ein FĂŒnftel abgesunken - Haushalte mit mehreren Autos machen nun hingegen fast 30 Prozent der Haushalte aus. In GroßstĂ€dten lebt ein deutlich grĂ¶ĂŸerer Anteil der Haushalte ohne Auto als in KleinstĂ€dten und lĂ€ndlichen Regionen. Aber: Fast die HĂ€lfte der Autos wird an einem durchschnittlichen Tag nicht bewegt - 2008 blieb lediglich ein Drittel der Autos am Tag stehen. Auch die mittlere Fahrleistung ist auf etwa 26 Kilometer gesunken. 

Die durchschnittliche Fahrzeit pro Fahrzeug pro Tag sinkt auf 42 Minuten. Die Parkzeiten zu Hause nahmen auf etwa 21 Stunden zu. Eine ErklĂ€rung: der Trend zum Homeoffice. Der Anteil des klassischen Berufsverkehrs mit Wegen von oder zur Arbeit geht laut Studie zurĂŒck.

ElektromobilitÀt

Bei der Nutzung von Elektroautos und anderen Autos gibt es laut Studie seit 2017 eine deutliche Angleichung. Laut Studie 2017 wurden Elektroautos ĂŒberwiegend fĂŒr kurze Strecken genutzt - ein Hinweis, dass Reichweitenbedenken vorherrschten. Das habe sich geĂ€ndert. Der Anteil fĂŒr lĂ€ngere Strecken ab 30 Kilometern liege annĂ€hernd gleichauf mit den WeglĂ€ngen, die mit Verbrennerfahrzeugen zurĂŒckgelegt werden. Nach wie vor seien aber nur etwa ein gutes Viertel der Elektroautos das einzige Auto eines Haushaltes. «ElektromobilitĂ€t ist also weiterhin vor allem ein PhĂ€nomen von Haushalten mit mehreren Autos.» Die E-MobilitĂ€t soll eine SchlĂŒsselrolle dabei spielen fĂŒr mehr Klimaschutz im Verkehr. 

Deutschlandticket

Der öffentliche Verkehr hat sich laut Studie dank des Deutschlandtickets im Nah- und Regionalverkehr von EinbrĂŒchen in der Corona-Pandemie erholt. Das im Mai 2023 eingefĂŒhrte bundesweit gĂŒltige Ticket im Nah- und Regionalverkehr hat das Tarifangebot stark vereinfacht und ist mit derzeit 58 Euro pro Monat gĂŒnstiger als Abos zuvor. 16 Prozent verfĂŒgten zum Zeitraum der Erhebung der Studie zwischen Mai 2023 und Juni 2024 ĂŒber ein Deutschlandticket. 

Das Ticket ist beliebt vor allem in großen StĂ€dten mit einem gut ausgebauten ÖPNV. Die Studienautoren aber heben hervor, dass das Ticket auch im lĂ€ndlichen Raum «nicht der oft erwartete LadenhĂŒter» ist. Immerhin ein knappes Zehntel der Bevölkerung entscheide sich auch dort fĂŒr dieses Angebot. Das Deutschlandticket wird auch nicht nur fĂŒr den Weg zur Arbeit genutzt - fast ein Drittel der Fahrten sind Freizeitwege.

Bei der ÖPNV-Nutzung insgesamt gibt es aber laut Studie große Hindernisse. FĂŒr mehr als die HĂ€lfte der Bevölkerung sind keine oder schlechte Verbindungen ein Hindernis fĂŒr die Nutzung - vor allem auf dem Land gibt es oft ein mangelhaftes Angebot. 

Ticket abgesichert

Beim Deutschlandticket gibt es Planungssicherheit: Es ist finanziell bis 2030 abgesichert. Nach dem Bundestag stimmte auch der Bundesrat einer GesetzesĂ€nderung zu. Demnach stellt der Bund bis 2030 pro Jahr 1,5 Milliarden Euro zum Ausgleich von EinnahmeausfĂ€llen bei Verkehrsanbietern zur VerfĂŒgung. Die LĂ€nder geben ebenfalls insgesamt 1,5 Milliarden Euro. Ab Januar 2026 kostet das Ticket 63 Euro im Monat. Ab 2027 soll der Preis mit einem noch genau festzulegenden Index ermittelt werden.

Fußverkehr

Eine der deutlichsten Entwicklungen der AlltagsmobilitĂ€t in Deutschland seit 2017 sei die Zunahme des Fußverkehrs, heißt es in der Studie. Dabei gelte: Es gibt wenige Arbeits- und viele Freizeitwege. Warum gehen die Menschen mehr zu Fuß? Studienautor Robert Follmer vom infas Institut sprach von einem bunten Mix aus GrĂŒnden. So gebe es mehr Hunde, die ausgefĂŒhrt werden. Außerdem sei das Gesundheitsbewusstsein gestiegen, viele Leute zĂ€hlten ihre Schritte. Es habe aber bereits bei der Studie 2008 einen hohen FußgĂ€nger-Anteil gegeben.

Roland Stimpel vom FußgĂ€ngerverband FUSS sagte: «Die Menschen in Deutschland gehen immer mehr, weil es gesund, einfach, kostengĂŒnstig und umweltfreundlich ist. Aber viele Menschen brauchen mehr Sicherheit und bessere Wege. Das muss der Bund viel stĂ€rker fördern.» 

Große Studie

Die Studie basiert laut Ministerium auf einer bundesweiten Befragung von Haushalten in mehr als 1.000 StĂ€dten und Gemeinden zu ihrem alltĂ€glichen Verkehrsverhalten. Zwischen Mai 2023 und Juni 2024 seien ĂŒber 218.000 Haushalte und rund 421.000 Personen befragt worden. Die Studie wurde bereits in den Jahren 2002, 2008 und 2017 erhoben.

@ dpa.de

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