Deutschland, Brandenburg

Deutsche Weihnachtsgans kann knapp werden - Wild beliebter?

16.11.2025 - 06:00:08 | dpa.de

Weniger deutsche GĂ€nse zu Weihnachten? Die GeflĂŒgelpest sorgt teils fĂŒr ein knapperes Angebot. Verbraucher greifen fĂŒrs WeihnachtsmenĂŒ jetzt auch hĂ€ufiger zu Wild, meinen zumindest JĂ€ger.

  • Rund um den Martinstag und Weihnachten ist Hochsaison fĂŒr GĂ€nsehalter. (Archivbild) - Foto: Robert Michael/dpa
  • Wird der GĂ€nsebraten im Restaurant auch als Folge der GeflĂŒgelpest teuer? (Symbolbild) - Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
Rund um den Martinstag und Weihnachten ist Hochsaison fĂŒr GĂ€nsehalter. (Archivbild) - Foto: Robert Michael/dpa Wird der GĂ€nsebraten im Restaurant auch als Folge der GeflĂŒgelpest teuer? (Symbolbild)  - Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Das Angebot an frischen GĂ€nsen aus Deutschland als Festtagsschmaus zu Weihnachten kann als Folge der GeflĂŒgelpest in diesem Jahr kleiner ausfallen. Das ist die EinschĂ€tzung des Zentralverbandes der Deutschen GeflĂŒgelwirtschaft (ZDG). 

MĂŒssen die Verbraucher mehr bezahlen? «Insgesamt sieht es weniger dramatisch aus als zunĂ€chst befĂŒrchtet», sagte Mechthild Cloppenburg, Expertin der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AIM). FĂŒr deutsche GĂ€nse mĂŒssten Verbraucher im Einzelhandel im Durchschnitt 19,30 Euro pro Kilo zahlen - 53 Cent je Kilo mehr als 2024. Der ZDG sprach von aktuell stabilen Preisen fĂŒr deutsche GĂ€nse, die bei 18 bis 22?Euro je Kilo lĂ€gen.

JĂ€ger: Verbraucher suchen beim Festtagsbraten Alternativen

JĂ€ger berichten, dass Verbraucher beim Festtagsbraten aber auch verstĂ€rkt zu Wildbret greifen. Die GeflĂŒgelpest in Brandenburg lasse Verbraucher umdenken - sie setzten zunehmend auf Wild aus heimischen Revieren, teilte der Landesjagdverband mit. 

Im Zuge der aktuellen Infektionswelle der GeflĂŒgelpest - auch Vogelgrippe genannt - sind in Deutschland schon rund 1,5 Millionen Tiere getötet worden. Der Anstieg der FĂ€lle ist laut Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts steiler als 2020/2021 - einem der bisher schlimmsten GeflĂŒgelpest-Winter. Nach AMI-Quellen wurden bei gehaltenen deutschen GĂ€nsen bis zum 10. November etwa 5 Prozent der Tiere wegen der Seuche vorzeitig getötet.

Verband: GÀnsehalter ziehen Schlachtung vor 

ZDG-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Wolfgang Schleicher sagte auf Anfrage, frisches GĂ€nsefleisch aus Deutschland könne knapp werden, weil einige Halter aufgrund des hohen Risikos der Vogelgrippe die Schlachtung ihrer Tiere vorziehen. «Mit Blick auf Weihnachten ist zu vermuten, dass die polnische Frischware aufgrund vieler Vogelgrippe-FĂ€lle in Polen ebenfalls knapp wird.» 

Weitere Preiserhöhungen bei WeihnachtsgÀnsen im Restaurant?

In Restaurants ist die Vogelgrippe laut Deutschem Hotel- und GaststĂ€ttenverband Dehoga nicht der Haupttreiber fĂŒr die Preise. Gastronomen seien generell mit Preissteigerungen konfrontiert, hieß es. «Sollte es durch die Vogelgrippe zu einer weiteren Verknappung von GeflĂŒgelprodukten wie Martins- oder WeihnachtsgĂ€nsen kommen, sind weitere Preiserhöhungen nicht auszuschließen.»

Bei der Versorgung mit GeflĂŒgelfleisch insgesamt sowie mit Eiern aus Deutschland seien keine EngpĂ€sse zu erwarten, sagte Schleicher vom GeflĂŒgelwirtschafts-Zentralverband. «Allerdings kann es regional und zeitlich begrenzt zu EinschrĂ€nkungen kommen.» 

Bei importierten GĂ€nse als TiefkĂŒhlprodukt beobachte der Verband eine deutliche Preissteigerung von bis zu 120 Prozent. Polnische Erzeugnisse seien im vergangenen Jahr im Großhandel fĂŒr 3 Euro und weniger je Kilo angeboten worden. 

Verband befĂŒrchtet höhere BeitrĂ€ge fĂŒr Tierseuchenkasse

Wegen der EntschĂ€digungen der von der GeflĂŒgelpest betroffenen Betriebe durch die Tierseuchenkassen rechnet der ZDG damit, dass BeitrĂ€ge dafĂŒr steigen werden. Nutztierhalter mĂŒssen in die Tierseuchenkasse ihres Bundeslandes einzahlen. Sie springt ein, wenn Tiere auf behördliche Anordnung getötet werden mĂŒssen. Der finanzielle Schaden aufgrund der GeflĂŒgelpest ist laut Verband derzeit noch nicht abschĂ€tzbar.

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