5 Kilo Zucker für einen Fußball: Mediziner kritisieren WM-Aktion
01.07.2026 - 11:44:36 | boerse-global.de
Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) greift Ferrero und Coca-Cola an. Ihr Vorwurf: Die Konzerne ködern Kinder mit Sport-Prämien, die kiloweise Zucker kosten.
1,4 Kilo Zucker für eine Trinkflasche
Die Rechnung der Experten ist erschreckend. Für eine Trinkflasche von Ferrero müssen Käufer Produkte mit rund 1,4 Kilogramm Zucker erwerben – etwa 15 Packungen Duplo. Ein T-Shirt der Marke Kinder Happy Hippo? Dafür sind über 3 Kilogramm Zucker nötig.
Besonders absurd wird es beim Fußball als Prämie. Wer einen haben will, muss 20 Gläser Nutella kaufen. Der Zuckergehalt: mehr als 5 Kilogramm. „Diese Werbeaktionen sind völlig überzogen“, sagt Barbara Bitzer, Sprecherin der DANK. Die Kaufanreize gingen weit über einen gesundheitsverträglichen Verzehr hinaus.
Auch Coca-Cola steht in der Kritik. Für ein WM-T-Shirt sind zwölf Sondereditionen nötig – das entspricht 636 Gramm Zucker. Zwar gibt es auch zuckerfreie Varianten. Doch das Problem bleibt: Sport wird mit ungesunden Lebensmitteln verknüpft.
Industrie verteidigt sich – DFB in der Kritik
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Ferrero wehrt sich. Die Kampagne laufe bis zum 31. Juli, der Aktionszeitraum sei lang. Zudem betont das Unternehmen: Man sammle gemeinsam – in Familien oder Freundeskreisen. Die Zuckermenge pro Kopf relativiere sich dadurch.
Doch die Mediziner sehen ein weiteres Problem: den Deutschen Fußball-Bund. Der DFB ist Partner der Aktion – obwohl in seinen Satzungen die Förderung gesunder Lebensweise steht. Ausgerechnet der Verband stützt eine Kampagne, die Kinder mit Sammelbildern, Sportstars und Süßwaren lockt.
Forderung: Schluss mit freiwilligen Regeln
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Die Allianz DANK zieht eine klare Konsequenz. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie hätten versagt. Nötig seien verbindliche Beschränkungen für Marketing, das sich an Kinder richtet.
Die WM-Sammelaktionen seien ein deutliches Signal. Die Politik müsse eingreifen. Ziel: Die Verknüpfung von Sportidolen und Großereignissen mit ungesunden Produkten strukturell unterbinden. Denn die Risiken – von Fettleibigkeit bis Diabetes – sind bekannt.
