Griffkraft: 12% niedrigere Sterblichkeit bei Àlteren Frauen
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 01:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle wissenschaftliche Zusammenfassungen untersuchen derzeit verstÀrkt die biologische PlausibilitÀt und den praktischen Nutzen von NahrungsergÀnzungsmitteln, die auf eine Verbesserung der MobilitÀt, Muskelkraft und allgemeinen VitalitÀt im Alter abzielen. Dabei zeigen verschiedene PrÀparate und Inhaltsstoffe in klinischen und prÀklinischen Modellen heterogene Ergebnisse hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Auswirkungen auf die biologische Alterung.
Ergebnisse zu spezifischen Supplement-Formulierungen
Untersuchungen an Modellorganismen liefern erste Hinweise auf die EffektivitĂ€t bestimmter Vitalstoff-Kombinationen. Das PrĂ€parat V14 Daily Reds von Youth&Earth verbesserte in Tests am C.-elegans-Modell die Beweglichkeit, fĂŒhrte jedoch zu keiner konsistenten VerlĂ€ngerung der Lebensdauer. Im Gegensatz dazu wurde fĂŒr das Produkt AG1 eine Reduktion der Bewegung in demselben Modell beobachtet.
FĂŒr das Produkt Colgevity von Avea Life wurde in Versuchen mit WĂŒrmern eine LebensverlĂ€ngerung zwischen 6 % und 27 % festgestellt. Eine begleitende Beobachtungsstudie am Menschen ergab nach einem Zeitraum von sechs Monaten eine Reduktion des biologischen Alters um 1,37 Jahre.
Ein umfassender Review von Haleon, der 19 Meta-Analysen mit ĂŒber 5,5 Millionen Teilnehmern aus dem Zeitraum von 2000 bis 2025 auswertete, kam zu dem Schluss, dass Multivitamin-PrĂ€parate zwar selektive gesundheitliche Vorteile bieten, eine klare Verringerung der Sterblichkeit jedoch nicht belegt sei.
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Auch bei dem Produkt Qualia Senolytic zeigten sich in einer Untersuchung mit 69 Erwachsenen im Alter zwischen 45 und 79 Jahren keine signifikanten Ănderungen bei den primĂ€ren Markern fĂŒr zellulĂ€re Alterungsprozesse.
Muskelerhalt und metabolische Strategien
Der Erhalt der Muskelmasse gilt als zentraler Faktor fĂŒr gesundes Altern. Eine im Fachjournal Nutrients veröffentlichte und von Abbott Nutrition finanzierte Studie untersuchte die Wirkung von 40 g Whey-Protein im Vergleich zu einer Kombination aus Whey und 3 g Calcium-HMB an 24 gesunden Personen im Alter von 65 bis 75 Jahren.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die zusÀtzliche Gabe von HMB die Muskelproteinsynthese bei Àlteren Frauen steigerte, wÀhrend dieser Effekt bei MÀnnern nicht beobachtet wurde. Zudem verringerte die Kombination den Muskelproteinabbau in der spÀten Phase stÀrker als die alleinige Zufuhr von Whey.
Im Bereich der medikamentösen UnterstĂŒtzung zeigen Analysen der SELECT-Studie zu Semaglutid ein stabiles Sicherheitsprofil auch bei ausgeprĂ€gter Gebrechlichkeit. Es gebe Hinweise auf eine gesteigerte LebensqualitĂ€t und einen RĂŒckgang funktioneller EinschrĂ€nkungen.
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Die Phase-2-Studie EMBRAZE, an der ĂŒberwiegend Frauen mit einem durchschnittlichen BMI von 35 kg/mÂČ teilnahmen, untersuchte die Kombination von Tirzepatid mit Apitegromab.
WĂ€hrend die Gewichtsreduktion in beiden Gruppen bei etwa 11 bis 12 % lag, reduzierte die Kombinationstherapie den Verlust an fettfreier Masse (Lean Mass) deutlich. Dieser lag bei 14,6 % des Gesamtgewichtsverlusts (1,6 kg), verglichen mit 30,2 % (3,5 kg) bei der alleinigen Gabe von Tirzepatid. Eine Verbesserung der Muskelkraft oder -funktion wurde jedoch nicht festgestellt.
Neue AnsÀtze in der Biomarker-Forschung und PrÀvention
In der Diagnostik gewinnen Biomarker-Scores an Bedeutung, um gesundheitliche Risiken frĂŒhzeitig zu identifizieren. Prof. Eline Slagboom von der UniversitĂ€t Leiden wird am 23. September 2026 auf dem Jahreskongress der DGG/DGGG in Frankfurt den Score âPersonal-MetaboHealthâ vorstellen. Dieser soll es ermöglichen, Risiken fĂŒr Funktionsverluste, kognitiven Verfall und MultimorbiditĂ€t kostengĂŒnstig und skalierbar vorherzusagen.
Begleitend dazu zeigen Langzeitbeobachtungen die Bedeutung einfacher physischer Parameter. Eine Analyse im Rahmen der Women's Health Initiative mit 5.472 Frauen ergab, dass eine um eine Standardabweichung höhere Griffkraft mit einer um etwa 12 % niedrigeren Sterblichkeit korreliert. Dieser Zusammenhang blieb auch unter BerĂŒcksichtigung von AktivitĂ€tsgrad und EntzĂŒndungsmarkern bestehen.
ErnĂ€hrungswissenschaftliche Daten des DZNE unterstreichen zudem, dass gesunde ErnĂ€hrungsmuster wie die mediterrane DiĂ€t oder die DASH-DiĂ€t mit einem langsameren biologischen Altern assoziiert sind. Dabei zeigten Analysen von ĂŒber 850.000 DNA-Stellen, dass ein GroĂteil der betroffenen Signalwege bei verschiedenen gesunden ErnĂ€hrungsweisen identisch ist, wobei Effekte bei Rauchern besonders ausgeprĂ€gt waren.
