Lebensmittelabfälle, Gastronomie

Lebensmittelabfälle: Gastronomie senkt Verschwendung um 25%

29.06.2026 - 00:30:09 | boerse-global.de

Studie zeigt 25 Prozent Einsparpotenzial bei Lebensmittelabfällen in der Gastronomie. Private Haushalte können mit wassersparenden Methoden gegensteuern.

Klimawandel: Gastronomie und Haushalte vor neuen Herausforderungen
Lebensmittelabfälle - Nahaufnahme von frischem Obst und Gemüse auf einem Holztisch, das nachhaltige Ernährung und Ressourceneffizienz symbolisiert. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Experten fordern strukturelle Veränderungen in der Lebensmittelverarbeitung und individuelle Anpassungen im Verbraucherverhalten. Ziel: ökologische Belastungen reduzieren und die Versorgungssicherheit anpassen.

Gastronomie kann Abfälle um 25 Prozent senken

Das Dialogforum Außer-Haus-Verpflegung untersuchte von 2019 bis 2021 erhebliche Einsparpotenziale bei Lebensmittelabfällen. Der Markt war 2020 für rund 17 Prozent des gesamten Aufkommens in Deutschland verantwortlich – das entspricht etwa 1,9 Millionen Tonnen. In Modellbetrieben ließ sich der Abfall durch gezielte Maßnahmen um durchschnittlich 25 Prozent senken.

Bis 2025 soll die Lebensmittelverschwendung in diesem Bereich um 30 Prozent sinken. Für 2030 ist eine Halbierung der Abfälle vorgesehen. Damit sollen die nationalen Klimaziele unterstützt werden.

Weggeworfene Lebensmittel belasten das Klima massiv

Die Umweltbilanz ist erschreckend: Die weggeworfenen Lebensmittel im Außer-Haus-Markt verursachen jährlich rund 4,9 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Hinzu kommt der Ressourcenverbrauch für die Produktion dieser ungenutzten Güter. Die Bilanz weist einen Wasserverbrauch von 103.057 Kubikmetern und einen Flächenbedarf von 322.838 Hektar aus.

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Praktische Tipps für Verbraucher und Gärtner

Auch private Haushalte können ihren Beitrag leisten. Bei der Obstverarbeitung empfehlen Experten den Einsatz von Tiefkühlprodukten. Tiefgekühlte Beeren lassen sich beim Backen vorteilhaft nutzen, wenn man sie vorab mit Speisestärke vermischt. Das verhindert eine zu starke Saftabgabe und bewahrt den Teig vor dem Aufweichen.

Angesichts der für Sommer 2026 prognostizierten heißen und trockenen Phasen gewinnen wassersparende Anbaumethoden an Bedeutung. Der Gartenbau empfiehlt Kraterbeete – eine spezielle Beetform mit zentraler Mulde und schützendem Wall. Sie speichert Feuchtigkeit effizienter und schützt Pflanzen vor austrocknenden Winden. Weitere Maßnahmen: Mulchen, verstärkter Komposteinsatz und die Installation von Regentonnen zur Wasserrückgewinnung.

Heiße Tage haben sich verdreifacht

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Die Notwendigkeit klimafreundlichen Handelns wird durch extreme Wetterereignisse untermauert. Laut Umweltbundesamt (UBA) vom 27. Juni hat sich die Zahl der heißen Tage mit mindestens 30 Grad Celsius seit 1951 mehr als verdreifacht. Während früher im Schnitt etwa drei solcher Tage pro Jahr verzeichnet wurden, stieg der Wert auf rund zehn Tage. 2025 wurden durchschnittlich elf heiße Tage registriert.

UBA-Präsident Dirk Messner fordert Hitzeaktionspläne für Städte. Zu den Maßnahmen gehören die verstärkte Pflanzung von Stadtbäumen, die Entsiegelung von Flächen sowie die Bereitstellung von kühlen Orten und öffentlichem Trinkwasser. Die Reduktion von Emissionen in der Lebensmittelkette bleibt dabei ein zentrales Ziel.

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