Schlafmangel, Kalorien

Schlafmangel: 385 Kalorien mehr pro Tag, 60% Muskelverlust in DiÀten

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 01:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schlafforscher Markus Dworak verbindet kurze NÀchte mit höherer Kalorienaufnahme und stÀrkerem Muskelverlust wÀhrend einer DiÀt.

Schlafmangel und Gewicht: Mehr Kalorien, weniger Muskeln
Ein ruhiges, minimalistisch eingerichtetes Schlafzimmer am frĂŒhen Morgen mit einer Schale NĂŒsse auf dem Nachttisch. Illustration mit AI erstellt.

Schlechter oder zu kurzer Schlaf gilt zunehmend als eigenstĂ€ndiger Risikofaktor fĂŒr Übergewicht und gesundheitliche FolgeschĂ€den. Schlafforscher Markus Dworak vom IST-Bildungsinstitut hat in einem Bericht vom 13. September 2026 dargelegt, wie eng Schlafmangel und Gewichtszunahme zusammenhĂ€ngen – mit Konsequenzen, die weit ĂŒber mĂŒde Augen hinausgehen.

Mehr Kalorien, weniger Muskeln

Laut Dworak nehmen ĂŒbermĂŒdete Menschen im Schnitt rund 385 Kalorien mehr zu sich als ausgeschlafene. Besonders gravierend seien die Folgen fĂŒr Menschen, die gleichzeitig eine DiĂ€t verfolgen: Wer wĂ€hrend einer Gewichtsreduktion nicht ausreichend schlĂ€ft, verliere laut Dworak 60 Prozent mehr Muskelmasse als bei ausreichender Erholung – ein Effekt, der DiĂ€ten langfristig weniger nachhaltig macht, da Muskelmasse fĂŒr den Grundumsatz entscheidend ist.

Als ideal gelten laut Dworak sieben bis acht Stunden Schlaf, bei denen das Risiko fĂŒr Fettleibigkeit am geringsten ausfĂ€llt. Schon eine Stunde weniger erhöhe das Risiko um 9 Prozent. Auch zu viel Schlaf sei nicht empfehlenswert: Mehr als neun Stunden sollten es nicht sein.

Eine weitere im selben Themenfeld verbreitete Zahl bestÀtigt den Trend aus einer anderen Perspektive: Bereits eine zusÀtzliche Stunde Schlaf pro Tag bedeutete demnach 270 Kalorien weniger Nahrungsaufnahme.

ErnÀhrung als Schlafhelfer

Um die SchlafqualitĂ€t zu verbessern, empfiehlt Dworak den gezielten Verzehr von Lebensmitteln mit der AminosĂ€ure L-Tryptophan, die im Körper die Bildung von Schlafhormonen unterstĂŒtzt. Dazu zĂ€hlen Sojabohnen, Cashewkerne, Edamer, ErdnĂŒsse, Thunfisch, Huhn und getrocknete Linsen.

Auch Fisch mit Vitamin D und Omega-3-FettsÀuren wird als förderlich genannt. ZusÀtzlich rÀt Dworak dazu, das Abendessen spÀtestens drei Stunden vor dem Zubettgehen einzunehmen, damit der Körper zur Nachtruhe nicht noch mit der Verdauung beschÀftigt ist.

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Einordnung in ein grĂ¶ĂŸeres Bild

Der von Dworak beschriebene Zusammenhang reiht sich in ein breiteres Forschungsfeld ein, das die Bedeutung ausreichenden Schlafs fĂŒr Stoffwechsel und Gewicht seit Jahren untersucht.

Schlafforscher Hans-GĂŒnter Weeß vom Schlafzentrum der Pfalzklinik hat in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass das individuelle SchlafbedĂŒrfnis bei rund 80 Prozent der Menschen zwischen sieben und neun Stunden liegt und sechs Stunden meist zu wenig sind – eine EinschĂ€tzung, die sich mit Dworaks Beobachtungen zum Zusammenhang zwischen Schlafdauer und Gewichtsentwicklung deckt.

Das Statistische Bundesamt hatte bereits am 21. Juni 2024 ermittelt, dass Menschen in Deutschland im Schnitt 8 Stunden und 37 Minuten schlafen – acht Minuten mehr als zehn Jahre zuvor.

Die Behörde wies zugleich darauf hin, dass sowohl chronisch zu viel als auch zu wenig Schlaf negative Auswirkungen auf Gesundheit und Lebenserwartung haben könne, was die von Dworak beschriebenen Mechanismen zwischen Schlafmangel und Gewichtzunahme in einen grĂ¶ĂŸeren gesundheitspolitischen Kontext einordnet.

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Praktische Konsequenzen

FĂŒr Menschen, die abnehmen möchten oder ihr Gewicht stabil halten wollen, ergibt sich aus Dworaks AusfĂŒhrungen eine klare Handlungsempfehlung: Schlaf sollte als gleichwertiger Faktor neben ErnĂ€hrung und Bewegung betrachtet werden.

Wer wĂ€hrend einer DiĂ€tphase auf ausreichend Schlaf verzichtet, riskiert nach Dworaks Angaben nicht nur eine geringere Fettreduktion, sondern vor allem einen ĂŒberproportionalen Verlust an Muskelmasse – ein Effekt, der langfristige DiĂ€terfolge erschweren kann.

Die Kombination aus tryptophanreicher ErnĂ€hrung, einem zeitlich sinnvoll gelegten Abendessen und einer Schlafdauer von sieben bis acht Stunden bildet nach diesen Erkenntnissen eine sinnvolle Grundlage, um sowohl das Körpergewicht als auch die allgemeine Gesundheit zu unterstĂŒtzen.

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de | wissenschaft | 70095911 |