Zucker in Kimchi: Herzhafte Beilage übertrifft Eiscreme um rund 62 Prozent
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 19:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deWer an übermäßigen Zuckerkonsum denkt, hat meist Süßigkeiten, Gebäck oder Desserts vor Augen. Eine Auswertung der Korea National Health and Nutrition Examination Survey 2023 durch die Seoul National University Health Culture Business Group liefert jedoch ein anderes Bild: Bei der täglichen Ernährung stammt mitunter mehr Zucker aus herzhaften Beilagen als aus klassischen Naschereien.
Demnach übersteigt der tägliche Zuckeranteil aus Kimchi mit 2,30 g/Tag den aus Eiscreme (1,42 g/Tag) um rund 62 Prozent. Auch im Vergleich zu Keksen und Crackern, die im Schnitt 1,18 g/Tag beitragen, liegt der Wert für das traditionell fermentierte Gemüse fast doppelt so hoch.
Hauptmahlzeiten verdrängen Snacks als Hauptzuckerquelle
Insgesamt trägt Kimchi etwa 6,5 Prozent zur gesamten täglichen Aufnahme von 35,5 g Zucker aus verarbeiteten Lebensmitteln bei, wie die Arbeitsgruppe der Seoul National University darlegt. Über die vergangenen Jahre lässt sich zudem eine deutliche Verschiebung bei den Quellen beobachten.
Zwischen 2019 und 2023 sank die Gesamtzuckeraufnahme von 36,7 g auf 35,5 g pro Tag. Während der Zucker aus Snacks im selben Zeitraum von 17,7 g auf 15,6 g pro Tag zurückging (minus 2,1 g), verzeichneten die regulären Mahlzeiten einen Zuwachs: Hier stieg der Wert von 19,0 g auf 19,9 g pro Tag (plus 0,9 g).
Damit kletterte der Anteil der Hauptmahlzeiten an der gesamten Zuckeraufnahme von 51,8 Prozent im Jahr 2019 auf 56,1 Prozent im Jahr 2023, was einem Anstieg um 4,3 Prozentpunkte entspricht. Die Seoul National University Health Culture Business Group führt an, dass der Rückgang bei Snacks möglicherweise durch das wachsende Angebot an zuckerreduzierten Produkten und den Einsatz von Süßstoffen erklärt werden kann.
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Industrielle Fertigung und Zusätze im Fokus
Als Ursache für den gestiegenen Zuckeranteil bei Hauptmahlzeiten identifiziert die Auswertung der Seoul National University Health Culture Business Group vor allem den Einsatz von Zucker und Stärkesirup in kommerziell gefertigtem Kimchi sowie in Fertigbeilagen. Auch andere verarbeitete Beilagen wie geschmorte Wachteleier oder eingelegter Knoblauch können demnach Zucker oder Stärkesirup enthalten.
Im Ranking der Lebensmittel, die im Jahr 2023 den höchsten Zuckerbeitrag aus verarbeiteten Produkten leisteten, rangieren herzhafte Beilagen entsprechend weit vorn:
- Erfrischungsgetränke führten die Liste mit 4,43 g pro Tag an,
- gefolgt von Brot mit 3,15 g,
- Kaffee mit 2,74 g und
- Zuckerprodukten mit 2,34 g.
- Dahinter folgt Kimchi mit einem Beitrag von 2,30 g pro Tag.
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Gesundheitliche Relevanz und offene Fragen bei Süßungsmitteln
Die Entwicklung bei der Nährstoffzusammensetzung fällt in eine phase veränderter Stoffwechseldaten in der Bevölkerung. Nach Zahlen der Korean Diabetes Association stieg die Diabetes-Prävalenz bei Erwachsenen ab 30 Jahren von 11,8 Prozent im Jahr 2012 auf 14,8 Prozent im Jahr 2022 an.
Gleichzeitig wirft die zunehmende Verlagerung auf Alternativen neue Fragen auf. Eine Untersuchung der Monash University an mehr als 36.000 Erwachsenen über einen Beobachtungszeitraum von 13,9 Jahren stellte fest, dass der tägliche Konsum von mindestens einem Süßstoffgetränk mit einem um 38 Prozent höheren Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden war. Bei diesen Ergebnissen handelt es sich jedoch um reine Beobachtungsdaten, die keinen kausalen Zusammenhang belegen.
