Mehrheit bei Tesla-Betriebsratswahl fĂŒr nicht-gewerkschaftliche Listen
21.03.2024 - 09:29:22 | dpa.deDas teilte der Elektroautobauer am Mittwochabend unter Berufung auf das vorlĂ€ufige Wahlergebnis mit. Von 39 Sitzen im neuen Betriebsrat entfallen demnach 23 Sitze an Listen auĂerhalb der Gewerkschaft.
Die IG Metall stellt nach eigenen Angaben mit voraussichtlich 16 Mitgliedern die gröĂte Gruppe. Mehr als 12 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren von Montag bis Mittwoch aufgerufen, den Betriebsrat zu wĂ€hlen. Neun Listen mit 224 Kandidatinnen und Kandidaten traten nach Angaben von Tesla an.
In der kommenden Woche wird der neue Betriebsrat voraussichtlich seine Arbeit aufnehmen. "Wir werden unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat fortsetzen", teilte eine Sprecherin von Tesla mit.
Es war bereits die zweite Betriebsratswahl in der einzigen europÀischen Autofabrik von Elon Musk. Die erste Wahl fand noch vor der Eröffnung des Werks statt, damals waren es viel weniger BeschÀftigte.
Um die Betriebsratswahl gab es Streit. Das Arbeitsgericht Frankfurt (Oder) hatte die Wahl auf Antrag der IG Metall stoppen wollen. Die Gewerkschaft forderte mehr Zeit fĂŒr die Vorbereitung - auch mit Blick auf den Produktionsstopp im Januar wegen der unsicheren Lage am Roten Meer. Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg entschied dann, dass die Wahl wie geplant Mitte MĂ€rz erfolgen kann. Damit waren Tesla und der Wahlvorstand erfolgreich.
Die IG Metall fordert bessere Arbeitsbedingungen und die Bindung an einen Tarifvertrag. Tesla lehnt einen Tarifvertrag ab und sieht viele Forderungen der Gewerkschaft wie etwa Arbeitssicherheit oder bessere Bedingungen fĂŒr Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter bereits jetzt umgesetzt. Tesla will laut Werksleiter AndrĂ© Thierig jĂ€hrliche LohnĂ€nderungen anbieten.
Nahe dem Werk protestieren seit Ende Februar Umweltaktivisten im Wald gegen eine von Tesla geplante Erweiterung des GelĂ€ndes um einen GĂŒterbahnhof. DafĂŒr mĂŒsste Wald gerodet werden. Nach einer Gerichtsentscheidung darf das Protestcamp mit BaumhĂ€usern zunĂ€chst bestehen bleiben.
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