Prien verteidigt geplante KĂŒrzungen beim Unterhaltsvorschuss
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 11:33 Uhr, dpa.de
Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) verteidigt die geplanten SparmaĂnahmen beim staatlichen Unterhaltsvorschuss gegen wachsende WiderstĂ€nde. «Es kann doch nicht sein, dass in Deutschland sich 80 bis 85 Prozent der betroffenen VĂ€ter (...) einen schlanken FuĂ machen, sondern diese mĂŒssen stĂ€rker in die Verantwortung genommen werden», sagte Prien dem Sender NDR Info.
In anderen europĂ€ischen Staaten gebe es keine weitestgehende Entlastung vor allem fĂŒr die VĂ€ter so wie in Deutschland seit einer Reform des Unterhaltsvorschussrechts 2017. Seither hĂ€tten sich die Kosten vervierfacht. «Deswegen kann ich den Skandal tatsĂ€chlich nicht erkennen», sagte die CDU-Politikerin. FĂŒr einen Erhalt der bisherigen Rechtslage setzt sich insbesondere Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprĂ€sidentin und ehemalige Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) ein.
Prien verwies auf einen Beschluss aller MinisterprĂ€sidenten und der Bundesregierung von Ende Juni, das Vorschussrecht anzupacken. Dabei gehe es um drei Punkte. «Die LĂ€nder mĂŒssen die Beitreibung stĂ€rker forcieren und sie bĂŒndeln.» Zudem mĂŒsse der Druck auf sĂ€umige Zahler erhöht werden â «vor allem die VĂ€ter». Prien erlĂ€uterte: «Etwa dadurch, dass wir die VerhĂ€ngung von Fahrverboten schon im Verwaltungsverfahren möglich machen.»Â
Ab 16 oder ab 18?
Als dritten Punkt bekrĂ€ftigte die CDU-Politikerin, «dass wir ein StĂŒck weit die Ausweitung des Unterhaltsvorschussrechts von 2017 zurĂŒcknehmen». Ab dem 16. Geburtstag solle der Unterhaltsvorschuss nicht mehr gezahlt werden. Heute gilt das Alter 18 Jahre. Prien sagte, es gehe darum, ob es ĂŒber einen jahrelangen Zeitraum Aufgabe des Staats sei, den sĂ€umigen Zahler in die Verantwortung zu nehmen.Â
LĂ€nder und Kommunen mĂŒssten entlastet werden. «Es ist ein gemeinsamer Beschluss.» Er habe «schmerzhafterweise» gefasst werden mĂŒssen. Manche soziale Standards mĂŒssten wegen der schwierigen öffentlichen Finanzlage zurĂŒckgefahren werden.
Schwesig kÀmpft um ihre Reform
Unter der damaligen Familienministerin Schwesig sollten 2017 Alleinerziehende und ihre Kinder durch eine Ausweitung des Unterhaltsvorschusses besser unterstĂŒtzt werden. Der Unterhaltsvorschuss wurde fortan bis zum 18. Lebensjahr gezahlt, eine maximale Bezugsdauer von 72 Monaten entfiel.
Nun leistet Schwesig, heute im Wahlkampf befindliche MinisterprĂ€sidentin, Widerstand gegen die PlĂ€ne. Sie lehnt den Vorschlag rundheraus ab. Ihr Argument: Wer beim Unterhaltsvorschuss kĂŒrze, bestrafe Alleinerziehende, die alles alleine stemmen mĂŒssten, sowie ihre Kinder - «das ist falsch», hatte sie gesagt.
